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Nervenfutter und The ArchAndroid zum Druckschluss-Abgabestress

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Heute Abend geht das PIG in Druck und mir geht die Hutschnur hoch. Um den Druck zu lindern, gibt es Nervennahrung - Süßes Zeug, das wir vom Stadtmarketing zu unserem 5-Jährigen bekommen haben - und die das neue Album “The ArchAndroid” der wunderbaren Janelle Monaé. Oben das Video von “Thightrope” feat. Big Boi. Euch einen stressfreien Abend.

Gebt uns ruhig die Schuld!

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Am Samstag war also das Heimspiel der Fantastischen Vier in Stuttgart, präsentiert von der Gastronie Grandl GmbH. Gut war’s, habe ich aus sicheren Quelle gehört, denn ich selber war nicht dort. Warum nicht? Weil mir sechzig Euro für ein unbestreitbar auf kommerziellen Schienen fahrendes Möchte-gern-Hip Hop-Festival ein bisschen zu viel sind. Offenbar nicht nur mir, denn wie heute in den Stuttgarter Nachrichten nachzulesen ist, waren gerade einmal 15 000 Besucher am Start. Letztes Jahr waren es 60 000. Schwach, könnte man jetzt sagen, aber was diesen 15 000 geboten wurde, war auch nicht stärker. Natürlich sind Ich+Ich nicht übel und Milow sogar von internationalem Format, aber doch irgendwie nicht das, was man erwartet, wenn die legendären Fantas zu einem (so hieß es doch offiziell, oder?) Hip Hop Festival einladen. Da stimmt doch etwas nicht und um so trauriger, oder sagen wir enttäuschender finde ich es, wenn ich nun heute lesen muss, wie die Zeitung Michi Beck zitiert: „Nächstes Jahr sind wir unter Garantie nicht dabei.“ Schade, denke ich im ersten Moment. Eine Sauerei, im zweiten. Denn irgendwie scheint nun doch diese Theorie bestätigt zu sein, die vor dem Konzert der ein oder andere Hip Hop-Head im Kopf hatte, keiner aber so richtig wahr haben wollte. Es ging eben doch nur um die Kohle.

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Doppelt soviel „Besucher wären nötig gewesen, um schwarze zahlen zu schreiben“. Und jetzt? Wollt ihr uns die Schuld geben? Dass wir für sechzig Euro lieber auf die Hip Hop Open gehen, selbst wenn sie nicht stattfinden, oder wir uns lieber vier mal euer Album kaufen? Das ist nämlich richtig gut, da wird das geboten, für was ihr steht. Geilen, poppig-rockigen Hip Hop mit genialen Texten und viel Fantasie.
Wollt ihr dem Wetter die Schuld geben? Ja gut, die vier, fünf Tropfen haben vielleicht vier oder fünf Fans davon abgehalten diesen Tag mit euch zu feiern. Mehr aber auch nicht. Denn ein geiles Hip Hop-Konzert lässt sich keiner aus dieser Subkultur (wie sie in den Stuttgarter Nachrichten betitelt wird) entgehen. Wenn denn auch was geboten ist. Und Milow zählt in diesem Fall nicht.
Also machen wir es wie in eurem Song. Wir geben euch die Schuld. Wer 2009 zum zwanzigjährigen Geburtstag so ein geiles Konzert gibt, dann den Fans die Hoffnung macht, so etwas zu wiederholen, die “Szene” in Stuggi wieder aufleben zu lassen, Back to the Roots - was auch immer - und ein echtes Hip Hop-Fest auf die Beine zu stellen, den Fans dann aber ein zusammengeschustertes “Chartstürmer-Nicht-Hip Hop-Line Up” vor die Nase setzt, sollte sich nicht wundern, wenn die echten Fans zu Hause bleiben. „Gebt uns ruhig die Schuld, den Rest könnt ihr behalten.“ Was wir behalten? Ein bisschen Enttäuschung, ein geiles neues Album (vier mal in unserem Schrank), die Erinnerung an ein geiles Heimspiel 2009 und an einundzwanzig Jahre geile Musik. Naja, so sind die Zeiten im Business. Da muss man nehmen, was man bekommt, also, was woll’n wir noch mehr.

5 Jahre PIG - Eine kleine Rückschau

Ohne große Worte will ich kurz mit ein paar Bildern auf den Freitag Abend im Lago zurückschauen. Richtig guter Abend, sehr gemütlich und stilvoll auf der Terrasse des Lago. Das Wetter hat mitgespielt, gute Mucke und die Stimmung war ebenso angemessen feucht-fröhlich. Vielen Dank an alle, die am Platz waren! Wir geben unser Bestes, damit wir in 5 Jahren wieder mit euch feiern können.

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#20 Weit weg: Back home…

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Sonntag Morgen, Viertel vor Fünf. Mein Lufthansa-Vogel landet in Frankfurt. Nach genau hundertundzwei Tagen betrete ich erstmals wieder deutschen Boden. In wenigen Stunden werde ich in Stuttgart aus dem Zug steigen und nach Hause fahren. Nach Hause, geiler Scheiß. Was für ein tolles Gefühl, sich so auf die eigenen, bekannten vier Wände und die Stadt zu freuen. Stuttgart. Königsstraße, Schlossplatz und -park, Tonstudio und Hype Club, Stuttgarter Hofbräu. Und Spätzle, Kartoffelsalat etc. Die Liste ist lang, die Freude groß.

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#13 IN THE MIX: Chris Slevin

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Zum zweiten Mal liefert Chris Slevin aus Sindelfingen einen Mix für unsere “In the Mix”-Reihe hier im Haus. Seinem Intro mit ‘nem Löwenzahn-Remix folgen ziemlich clubtaugliche Tracks. Morgen Abend im Lago wird der Kerle ebenso wie einige andere befreundete DJs ein Set spielen.

Hier geht‘s zum Download!

5 Jahre PIG morgen im Lago - Special Guest

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Morgen steigt die Geburtstagssause vom PIG im Lago. Ab 21 Uhr geht es los, outdoor und indoor. Neben einer Reihe befreundeter DJs haben wir den glücklichsten DJ der Welt eingeladen. Ich freu mich auf morgen!

Krake Paul & Das richtige Bier!

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Coole Idee, kurz mal auf den WM-Kraken-Hypezug aufgesprungen!

Summer Session - 5 Jahre PIG

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Über fünf Jahre haben wir nun auf dem Buckel und das Lachen ist uns noch nicht vergangen. Im Gegenteil, wir sind stolz wie Bolle, dass das PIG sich so etabliert hat und dass wir mit unserem Local Infotainment hier ein bisschen die “Medienszene” aufmischen konnten. Aaaaaaaaaight!

Und feiern können wir im übrigen auch, wie wir in den letzten fünf Jahren bewiesen haben. Die WM ist ja nun vorbei und das normale Leben geht tatsächlich weiter. Und im normalen Leben sollte eben auch gefeiert werden. Und am Freitag, den 16. Juli werden wir vom PIG genau das tun, und zwar im Böblinger Lago unseren 5. Geburtstag heftig nachfeiern. Um 20 Uhr werden wir gemütlich im kleinen Kreise starten und mit einigen Freunden, die uns schon einige Zeit begleiten einen kleinen Umtrunk und ein paar funky Häppchen auf die Terrasse des Lago zu uns nehmen. Ab 21 Uhr ist dann der Eintritt dann frei für alle, die Bock haben mit uns zu feiern, bei einer hoffentlich dicken “Summer Session” am See mit vielen befreundeten DJs (Royal Two, Chris Slevin, Terry Lee Wood, derik, DJ Technick, Johnny Flummox, Spinavy,  Phil Free und meiner Wenigkeit dem Funky Professor), in einer wunderbaren Location und funky Summer-Sound.

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#19 Weit weg: Einmal Kapitalismus. Bitte.

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Jetzt habe ich Argentinien endgültig verlassen. Schweren Herzens, defintiv. Aber auch mit der Gewissheit, dass mir noch eine Woche Urlaub bevor stehen. Samstag Abend bin ich in einem Ruf-Taxi (der Fahrer hat Vorfahren aus Stuttgart!) zum Internationalen Flughafen in Buenos Aires geheizt. Aus dem Radio tönte klassische Musik. Trauerstimmung war angesagt. Die ganzen dreizehn Wochen liefen vor meinen Augen ab wie ein Film. Ein verdammt geiler Film. Jetzt läuft der Abspann. Flughafen, Menschenmassen, United Airlines Schalter. Der letzte Satz lautet: „Einmal Kapitalismus, bitte.“ Ich lasse mir mein Ticket nach New York überreichen und ab geht’s.

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#18 Weit weg: Das war also Buenos Aires

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Ich sitze in einer kleinen Bar an einer menschenüberfluteten Straßenecke. Hier drinnen herrscht Ruhe, draußen Chaos. Buenos Aires. Platz sechzehn in der Liste der größten Städte der Welt, die größte in der ich bisher war. Wahnsinn. Gerade einmal sechs Tage habe ich hier verbracht. Das ist eigentlich nicht einmal genug um hier einen Stadtteil wirklich kennenzulernen. Ich habe sechs kennengelernt, im Schnelldurchlauf. Genug um sagen zu können, die Stadt ist ein Kracher. Aber auch genug um festzustellen, dass es sich bei Buenos Aires um nichts anderes handelt, als um Barcelona in groß. Oder sehr groß.

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#12 IN THE MIX: Funky Professor

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Frischen Sound für heiße Tage. So sollte es eigentlich sein im Sommer. Und da die üblichen Verdächtigen aus der PIG-DJ-Ecke wohl alle im Urlaub sind oder hitzefrei haben, schiebt der Funky Professor eben mal Material zum Download hoch auf die Wolke. “66 Minutes of Funk” - je nach dem wie eng man die Definition von Funk eben festlegt.

Hier geht‘s zum Download!

#11 WM-Talk: On the Road

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Heute Morgen haben meine Homies Marlon “Brando” und Jan “Mc Gyver” den deutschen Mannschaftsbus auf der A81 gesehen. Sehr gut getarnt waren sie unterwegs zum Stuttgarter Flughafen. Undergroundinformationen zu folge sollen die Jungs in Stuttgart kurz eine Sondereinsatzkommandotrainigseinheit durchgeführt haben und sich anschließend mit MV ein Trollinger zum Aufwärmen genehmigt haben. Das Ganze hatte wohl sowas wie eine Erdungsfunktion, um die Jungs back to the roots zu führen. Ob‘s wirklich wirkt, werden wir später sehen. Heute Abend um 19.20 Uhr landen die Jungs in Südafrika und um 20.30 Uhr kann‘s dann pünktlich losgehen. Jogi selbst hat sich vorgenommen, während des Spiels wieder tief in sich zu gehen, um die Konzentration hochzuhalten und die Spanier wegzubügeln.

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#17 Weit weg: Gracias, Córdoba!

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Samstag Abend, zehn vor zehn. Ich sitz im Reisebus, erster Platz, oben, vorne rechts. Ich schaue durch die dreckige Scheibe und vor mit liegt der Busbahnhof Córdobas. Vor mir liegt Córdoba. Vor mir liegt aber auch eine zehnstündige Reise nach Buenos Aires. Der Bus kommt ins Rollen, verlässt den Busbahnhof. Er verlässt das Zentrum und schließlich die Stadt. Und dann liegt Córdoba ganz plötzlich hinter mir. Zusammen mit drei Monaten meines Lebens. Drei geile Monate, vielleicht drei der geilsten Monate meine bisheriges Lebens. Mit Sicherheit aber drei der wichtigsten. Es ist unbeschreiblich, wie viel ich in zwölf Wochen hier erlebt habe, wie viele neue Erfahrungen ich gemacht habe, was für tolle Leute ich kennengelernt habe und vor allem was ich fürs Leben gelernt habe (Sagt man doch so, oder?). Unbeschreiblich.

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Sex sells!

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Das Juli-PIG ist seit einigen Tagen im Umlauf und das Cover erregt die Gemüter, wenn ich das mal so sagen darf. “Hey, wer ist denn die aufm Cover?” “Alter Schweeeeeeeeeede!” “Kennt ihr die? Woher kommt die?” Nein, wir geben keinen Kommentar ab, Top Secret, Betriebsgeheimnis!” Aber wie berechenbar viele Leute doch sind. Sommer, Bikini, gute Figur, Titten = Aufsehen und Blickfang. Aber bei uns hat das natürlich nichts mit dem abgelutschten Gehirnmanipulationsprogramm “Sex sells” zu tun, es hat sich einfach so ergeben und wir fanden das Foto passt einfach ganz toll zum Sommer. So sieht‘s aus! Also, wenn ihr diese Ausgabe voller Sexappeal noch nicht habt und wie alle anderen auch haben wollt, dann krallt sie euch bei eurem local PIG-Dealer!

#10 WM-Talk: Von Tänzern und Schachspielern

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Zunächst möchte ich hier meine Diebeshände in Schutz nehmen, weil sie wie ferngesteuert dieses Foto geklaut haben. Für mich ein Killer-Bild (von unserem Ex-Prakti Marc, der gerade regelmäßig aus Argentinien die “Weit weg”-Serie hier in unserem Blog schreibt). Deshalb hoffe ich auch, dass der Kerle mir diesen Griff verzeiht.

Tja, was soll ich euch noch erzählen, über das Spiel von Samstag, über das wohl schon von jedem, alles über jeden erzählt, analysiert und hochgejubelt wurde. Ich will trotzdem noch einen drauf packen mit einer kurzen persönlichen scherzfreien Analyse.

Das war wirklich Fußballgeschichte, was die Jungs da geschrieben haben am Samstag. Seit ich WMs und EMs schaue (1980) habe ich solch eine Demonstration einer deutschen Mannschaft noch nicht gesehen. Gegen einen WM-Favoriten im Viertelfinale. Der absolute Wahnsinn, der fast nicht zu toppen ist. Das ist nicht mehr das Deutschland, das man bisher gekannt hat, das ist nicht mehr Brechstange oder Brechstangenreste, das ist “höggschste” Qualität in allen Bereichen. Da gibt es keine Schwarzenbecks, Briegels oder Reuters mehr. Die Leichtathleten sind raus. Stattdessen gibt es Tänzer und Schachspieler, die sich gut ergänzen. Und draußen sitzt ein Jogi Löw über dessen Vornamen sich vielleicht manche lustig machen (gell Marlon?), aber er hat genau das durchgezogen, was einzig und allein Sinn gemacht hat. Nämlich, diese junge, erfolgreiche neue Generation, die es nicht alle Jahre wieder schön eingepackt zu Weihnachten gibt und diese neue anti-deutsche Art Fußball zu spielen. Nun, man darf gespannt sein, wie der deutsche Kindergarten sich gegen Spanien schlägt, deren Spielstil der letzten Jahre sicher als Anschaungsunterricht gedient hat. Meinen größten Respekt jedenfalls an diese deutsche Multi-Kulti-Truppe, die hoffentlich als Gegenbeispiel zu den Franzosen, der jungen deutschen Generation in jeglicher Hinsicht als Vorbild dient.

Und Diego, was soll ich sagen, er hat halt Veron draußen gelassen, hat Milito nicht gebracht und dann ging‘s ruck zuck und es war plötzlich zu spät. Aber ganz ehrlich, ich glaube, er hätte an diesem Tag schon zwei Maradonas in Höchstform einwechseln müssen, um das Spiel noch zu drehen. Schade, ich hätte mir ein Finale gegen Diego gewünscht. Wer weiß, ob er nochmal bei einer WM dabei sein wird, denn nach solchen Enttäuschungen ist die Rückfallquote ins Millieu ziemlich hoch. Keep your head up, Diego, wenn unser Prakti, dir mit dem Bild auch noch eine reingedrückt hat!

P.S. Ach so, fast vergessen. Mein persönlicher Freund Heinze, hat es am Ende mit seinem Fast-Ellbogencheck um ein Haar noch geschafft, wieder eine “Schlägerei” anzuzetteln und den kompletten Ruf Argentiniens zu zerstören.

#16 Weit weg: Was soll ich euch noch erzähl’n?

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…außer eine kleine Episode um was klar zu stellen.“ So singen EinsZwo. Ich kann nicht all zu viel erzählen im Moment. Meine „Gut gelaunt“-Tour 2010 läuft wunderbar. Langsam läuft die heiße Phase an und mir läuft die Zeit davon. Ich gehe meinen Weg. Läuft. Aber eben momentan relativ unspektakulär, es passiert einfach nichts spannendes. Córdoba ist abgenutzt. Ich war auf der größten kleinen Party überhaupt, habe miterlebt wie schnell argentinische Zweitligafans ein Stadion zum beinahe-Einsturz bringen können, habe Stunden auf einem Polizeirevier verbracht, bin durch Mittelerde spaziert und durch den Himmel gedüst, habe mit mit revolutionären Bakterien und trockenem Reis einen bitteren Fight geliefert und und und. Ich lebe noch, mehr ist nicht zu sagen. Ich bin noch genau drei Tage hier in der Stadt und wenn ich, nach einem möglichen deutschen Sieg, am Samstag nicht auf offener Straße abgestochen und anschließend gegrillt werde (das ist gar nicht soweit hergeholt. Einen Kumpel hätten sie hier am Sonntag fast zerlegt, wie wir die Engländer) dann fahre ich abends nach Buenos Aires, um da noch ein bisschen auf den Putz zu hauen.
Was ich denn im Moment hier überhaupt so treibe? Ja gut, sagen wir so: Ich lebe! Und ich genieße es! Und es ist geil. Ich stehe morgens auf um Fußball zu schauen. Wenn kein Fußball kommt oder sich Fußballgötter wie Slowakei (obwohl, die haben Italien rausgehauen hihi) und Neuseeland die Ehre geben, stehe ich auch nicht auf. So einfach ist das. Ansonsten wird ordentlich gespeist (habe nach der Reis-Folter ja einiges nachzuholen), ordentlich gefeiert und am Wochenende viel zu wenig geschlafen. Und bei Gelegenheit den Argentiniern noch ein paar deutsche Sprüche beibringen, ist auch immer drin. Ein Spaß, sag ich euch. Die sind nämlich gar nicht mal unbegabt. Nur zu toppen von einem Brasilianer, den wir hier kennengelernt haben und der mit perfekt bayrischem Akzent „Himmelarschkruzifixsackzementnochamoal“ fluchen kann. Zum Kaputtlachen.
Ja ja, so sieht’s aus. Alles wunderbar, meine Laune ist kaum zu steigern. Und so gut es mir hier auch gefällt und so lange ich auch gerne noch hier bleiben würde, so freue ich mich doch langsam wieder auf Deutschland. Unglaublich, aber wahr. Also ich vor gut drei Monaten meine sieben Sachen gepackt habe, um den Spießern und Kartoffeln den Rücken zu kehren, hinaus in die freie Welt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich das alles mal vermissen könnte. Ok, die Spießer vermisse ich auch nicht, aber wenn man mal eine Weile hier wohnt, wo nur mit viel Glück Wasser aus der Dusche kommt, Telefone grundsätzlich nicht so oft funktionieren und wo man denkt isolierte Fenster oder Wände seien völlig überschätzt, dann freut man sich doch irgendwie wieder auf die Heimat, wo man telefonieren kann wann man will. Und duschen. Und vor allem im Warmen schlafen. Das hat aber nichts mit spießig zu tun, sondern wahrscheinlich einfach nur mit Gewohnheit. Vielmehr als diese Kleinigkeiten, sind es aber eigentlich ganz andere Dinge, die einem, in diesem Fall mir, das schöne Gefühl geben, dass man sich auf zuhause freuen kann. Die Familie, die Freunde, Maultaschen und Kartoffelsalat, Stuttgarter Hofbräu und natürlich mein geliebtes Stuttgart. Stuggi City, 0711-Town, der Kessel. Wie auch immer, ich freu mich drauf.
Bevor ich mich jetzt in Erinnerungen verliere, erstmal eins nach dem anderen. Am Samstag wird vermutlich erstmal Diego nach Hause geschickt, so leid es mir für ihn tut. Dann werde ich mich so unauffällig wie möglich zum Busterminal schleichen und den Trip nach Buenos Aires antreten.
Was ich in Buenos Aires vorhabe? Lecker essen, ordentlich feiern, was erleben. Leben! Viel Spaß. Danke.

Bei guter Laune darf natürlich eins nicht fehlen, mein ständiger Begleiter hier in Argentinien:

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Sparkassen-Forum: Neue Event-Halle in Böblingen

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Nun ist es endgültig fix. Im Zuge des Neubaus (Baubeginn Frühjahr 2011. Gesamtinvestitionen etwa 60 Millionen Euro) der Kreissparkasse Böblingen wird es in der jetzigen Schalterhalle auch eine neue Event-Location geben: das Sparkassen-Forum. Auf zwei Geschossen und etwa 1000 Quadratmetern soll eine mittelgroße Location instralliert werden (430 Plätze bestuhlt, bis zu 700 Plätzen erweiterbar ), die zum einen für interne Veranstaltungen genutzt werden soll, aber auch öffentlich, unter anderem in Kooperation mit der CCBS. Der Neubau soll 2012 fertig sein, die Altbaurenovierungen und somit auch die Veranstaltungshalle 2014 . Wir sind gespannt.

#9 WM-Talk: Lichtgeschwindigkeit 35 WM-Kirche

Netzer, Kahn, Scholl, Klinsmann der wie sie alle heißen, Fußball-Experten unserer Nation und alle anderen weltweit. Ein neuer Experten-Stern leuchtet am Himmel. Schaut ihn euch an, und er wird schon bald niederfahren direkt ins RTL-Studio und dann werden alle Fernsehapparate explodieren, die RTL einschalten. Seht ihn Euch an. Vor all denen, die es schaffen, das Video zu Ende zu schauen, habe ich größten Respekt. Word!

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#8 WM-Talk: Von Gewinnern und Verlierern

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Der Funky Professor hat am Mittwoch ja bereits ausgesprochen (und in einer eindrucksvollen Arte-Doku gezeigt), was viele denken, bereits vermuten oder wissen. Die FIFA ist halt auch nur ein kleiner Haufen geldgieriger, korrupter Sesselfurzer. Und irgendwie macht es mir auch langsam kein Spaß mehr, jeden Tag aufs neue mit anzuschauen, wie (mit wenigen Ausnahmen) ein Spiel nach dem anderen verpfiffen wird. Mal verteilen Schiedsrichter „mehr Karten als das Politbüro der DDR Essensmarken“ (Zitat 11Freunde), mal werden Mordversuch-ähnliche Fouls nicht einmal mit einem Freistoß gewürdigt. Irgendwas stimmt doch da nicht. Dazu kommen nach Lust und Laune aberkannte Tore (USA-Slowenien), grundlos verteilte Gelbe Karten (Schweiz-Chile) und natürlich War-es-Hand-oder-nicht-ach-ist-ja-auch-egal-Diskussionen wie im Spiel der brasilianischen Seleçao gegen die Elfenbeinküste. Luis Fabiano schießt, auf den ersten Blick, das bisher schönste Tor der WM. Schöne Kombi, cooooole Ballannahme, ein paar Lupfer über die Gegner und geil abgeschlossen, 2:0 Brasilien. Göttlich. Auf den zweiten Blick doch auch nur menschlich, moralisch verwerflich und irgendwie betrügerisch. Was so cooool aussah, waren in Wirklichkeit zwei Handspiele in einem Spielzug. Rekordverdächtig. Gut, hat halt keiner gesehen, so soll es sein. Von wegen. Direkt im Anschluss an die gefühlten dreiundzwanzig Zeitlupen des Tores muss man eingeblendet sehen, wie der Schiedsrichter Stéphane Lannoy (vom Kicker mit einer glatten sechs bewertet) zu Señor Fabiano hindackelt, ihn irgendwas fragt, der Gestik nach etwas in der Art, „Das war doch Hand oder?“ und dieser ganz frech und grinsend den Kopf schüttelnd. Eiskalt. Monsieur Lannoy grinst verschmitzt und geht seinen Weg. So läuft das halt. Traurig. Ich habe keine Ahnung was sich all diese Pseudo-unparteiischen Schiedsrichter dabei denken, wenn sie das, für viele und vor allem für den afrikanischen Kontinent, größte Ereignis des Jahres verhunzen. Ich weiß auch nicht, wie viel sie dafür kassieren oder ob sie einfach nur unfähig sind. Ich will es irgendwie auch nicht wissen. Ich weiß nur, dass es langsam, aber sicher an eine Willkürherrschaft der Schiedsrichter grenzt, was dort unten abläuft. Willkommen im Mittelalter. Die Gewinner dieser Schlacht stehen bereits fest. Herzlich Glückwunsch liebe FIFA. Die Millionen werden eingestrichen und mit viel Glück stellt keiner dumme Fragen. Doch wie immer, wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. In diesem Fall steht auch der ganz große Verlierer dieses dreckigen Kampfes bereits fest: der Fußball. Mein Beileid.

7# WM-Talk: Die nette FIFA von nebenan

Kurz vor dem Deutschland-Spiel heute Abend noch eine kleine Backgroundsache. Vorhin saß ich im Wartezimmer meines netten Zahnarzts und las dabei in der GQ einen netten Artikel über die nette FIFA von nebenan. Is’ ja grade WM, nicht wahr. Und dass die FIFA, allen voran Sepp Blatter, ein korrupter Verein sein soll, wusste ich schon vorher. Aber ich musste wirklich bei jedem zweiten Satz den Kopf schütteln und dieses Kopfschütteln ging dann irgendwann über in lautes Lachen. Weil es einfach unfassbar ist, was da oben gedreht, geschmiert und bestochen wird. Leider finde ich den Artikel im Netz nicht - heißt “Der Untergang” und ist in der GQ Juni - habe aber eine Doku, die mal auf ARTE kam auf You Tube gefunden (5 Teile). Fast noch besser!

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