Archiv: Juni 2011

Fight the Power! Zeitungsredakteure streiken – auch bei der Kreiszeitung

Unsere Kollegen von der Kreiszeitung Böblinger Bote streiken – mit vielen anderen bundesweit. Und dies schon länger. Wie immer geht es um Kohle, Arbeitsbedingungen, etc. Heute hat uns neben einer Pressemitteilung per Mail auch eine Kreiszeitung Böblinger “Streik”Bote erreicht. Ein vierseitiges Infoblatt zu Hintergründen des Streiks und mehr. Meine alte SZBZ-Kollegin Julia Rapp (inzwischen bei den Stuttgarter Nachrichten unter anderem “VfB-Expertin”) wirksam auf einem Streikbild und Joe Bauer schreibt über die Spielregeln der Demokratie. Ja, Leute, Arbeitskampf muss sein. Fight the Power! würde Chuck D sagen. Viel Glück!

Hier die Pressemitteilung per Mail im Original:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht haben Sie in den vergangenen Wochen registriert, dass wir, die Redakteurinnen und Redakteure der KREISZEITUNG, nicht wie gewohnt bei Presseterminen, Gremiensitzungen oder als Autoren im Blatt vertreten waren. Der Grund: Seit Anfang Mai befinden sich die Mitglieder von Zeitungsredaktionen in der wohl härtesten Tarifauseinandersetzung, die es jemals mit den Verlegern gegeben hat.
Obwohl es eigentlich unser Auftrag ist, dürfen wir in eigener Sache leider nicht die Öffentlichkeit über diesen Konflikt informieren. Und da wir auch immer wieder feststellen, dass die Bürgerinnen und Bürger wenig über diese Auseinandersetzung wissen, wollen wir uns heute - am dritten Streiktag in dieser Woche - an Sie als Multiplikator im Landkreis Böblingen wenden.

Worum geht es?
Es geht uns Redakteuren nicht darum, eine maßlose Gehaltsforderung zu erkämpfen, sondern den Berufsstand des Redakteurs und somit in letzter Konsequenz die Existenz einer freien und unabhängigen Presse zu sichern. Wir sind der Meinung, dass die Verleger in dieser Tarifauseinandersetzung den Versuch unternehmen, diese Fundamente abzugraben und damit eine Säule dieser Gesellschaft zu schwächen.

Warum?
Die Verleger fordern nach der Kündigung der Tarifverträge vor einem Jahr und dem seither tariflosen Zustand nun von den Redakteuren eine Gehaltseinbuße von fünf Prozent, obwohl ihre eigenen Blätter regelmäßig über einen der größten Wirtschaftsaufschwünge der Bundesrepublik berichten. Während in anderen Branchen darüber verhandelt wird, wie viel Lohn es mehr geben soll, sehen wir uns mit der Forderung eines Minusabschlusses konfrontiert. Hinzu kommen noch Forderungen nach längerer Arbeitszeit und weniger Urlaub. Das ist in der Geschichte der Tarifauseinandersetzungen in Deutschland ein wohl einmaliger Vorgang, den wir nicht akzeptieren werden.
Noch viel wütender macht uns aber die Absicht der Arbeitgeber, Berufsneueinsteigern in Zukunft rund 25 Prozent weniger zu bezahlen. Damit wird dieser Beruf zum Auslaufmodell. Redakteur wird dann wohl nur noch, wer sonst keinen Job bekommt. Qualifizierte Mitarbeiter, die sich auf dem manchmal schmalen Grat zwischen öffentlichem Auftrag, privaten Interessen und dem Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitmenschen bewegen, wird es dann nicht mehr geben, statt Tageszeitungen stecken dann vielleicht nur noch Anzeigenblätter in den Briefkästen.

Auch wir wollen natürlich die Situation der Verleger nicht verkennen. Auflagenrückgänge, Anzeigeneinbußen und die Konkurrenz der elektronischen Medien haben das Geschäft in den vergangenen Jahren nicht einfacher gemacht. Wer aber deshalb von seinen Mitarbeitern Gehaltseinbußen verlangt, der muss auch eingestehen, dass er auf hohem Niveau klagt. Denn in der Zeitungsbranche wurden die Vertriebsergebnisse in den vergangenen Jahren ständig gesteigert, Renditen über zehn Prozent sind zur Gewohnheit geworden. Umso unverständlicher ist es, dass die Gehaltszuwächse in den Redaktionen seit langem unter der Inflationsrate liegen, gleichzeitig die Arbeit aber ständig verdichtet wird.

Seien Sie sicher, wir fühlen uns in der Rolle der Dauerstreiker alles andere als wohl. Als Redakteure sind wir es gewohnt, wenn es sein muss rund um die Uhr zur Stelle zu sein. Nicht zu arbeiten und das tägliche Leben an uns vorübergehen zu lassen, ist nicht unsere Sache. Dennoch: Auch wir fordern gutes Geld für gute Arbeit.

Heute (Mittwoch) laufen in Berlin erneut Verhandlungen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Schreiben unsere Lage verdeutlicht und unsere zeitweise Abwesenheit erklärt zu haben und hoffen, dass Sie Verständnis dafür aufbringen.

Besten Dank und viele Grüße,

die Redakteurinnen und Redakteure der KREISZEITUNG Böblinger Bote

Sütex-Abriss

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Das Sütex-Areal wird seit kurzem abgerissen und macht einem neuen Möbelriesen Platz. Hofmeister heißt der, soweit ich informiert bin. Heute hab‘ ich das Ding zum ersten Mal gesehen. Beeindruckend, sieht fast ein bisschen aus wie nach einem Bombenanschlag. Nun denn, die Bagger machen ganze Arbeit und bald hat Ikea und XXXL mehr  Konkurrenz im Kreis. Meinem dreijähriger Sohnemann ist das sowas von egal, nur wegen den Baggern und dem Anblick würde er ausflippen, wie ich heute auch.

A Journey into Sound & Frei:House

Im Freiraum sind heute und morgen wieder DJs am Werk. Heute Abend werden der gute alte Flummox und sein Homie Nick euch auf eine musikalische Reise mitnehmen und morgen geht es um Housemucke und andere elektronische Mucke. Viel Spaß!

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Hip Hop-Schnitzeljagd Pt. 3: Herr von Grau

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Nach dem gigantischen Hip Hop-Comeback im Zapata vor knapp zwei Monaten habe ich wieder etwas Hoffnung geschöpft, mein geliebter Hip Hop sei vielleicht doch noch nicht ausgestorben. Wenig später fand ich weitere Indizien. Aber das kann noch nicht alles gewesen sein, meine Mission geht weiter. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, nach den letzten Überlebenden des Hip Hop. Oder gar nach neuen Gewächsen? Mein Homie Matze hat mich neulich auf dieser beinahe aussichtslosen Suche unterstützt und ist dabei auf ein relativ junges Duo aus Niedersachsen gestoßen. Mit einem erleichterten Grinsen, endlich fündig geworden zu sein, darf ich euch “Herr von Grau” präsentierten. Vor gut vier Jahren haben sich die beiden zusammengetan, um ihrer gemeinsamen Liebe nachzugehen. Hip Hop. Dem ehrlichen, Message-verbreitenden-nicht-Kommerz-Hip Hop. Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Genauso wie für ihre vier Alben, die sie bisher veröffentlicht haben (dazu noch ein paar Mixtapes).
Die Art und Weise wie der Kerl rappt erinnert mich ein bisschen an eine gesunde Mischung aus Blumentopf und EinsZwo. Dieser lyrischen Akkrobatik verleihen Herr von Grau noch eine deftige Prise Ironie und fertig ist die Suppe. Vorzüglich. Lange Rede kurzer Sinn, hört euch das Zeug an und lasst euch die Texte in der Ohrmuschel zergehen! Und denkt daran: Gebt schlechtem Hip Hop keine Chance. Danke. Ade. Schönes Wochenende. Tschüss.

Heldenplätze werden echt nur selten besetzt. Herr von Grau, euch gehören mindestens zwei.

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Und selbst wenn euch das hier nicht gefallen sollte, nehmt wenigstens was daraus mit:
“Check ma den Moment und denk nicht an morgen
Noch ein ganzer Tag trennt dich von morgen.

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Der Freiraum ist eröffnet

Am Samstag Abend hat der Freiraum eröffnet. Und wie! Es war so voll wie schon lange nicht mehr in Böblingens Nachtleben. Schöne Stimmung und viele alte und neue Gesichter haben bis 5 Uhr morgens gefeiert! Seit Dienstag hat der Freiraum ab 10 Uhr morgens geöffnet (allerdings noch einige Tage ohne Küche.) Wir sind gespannt wie sich der Freiraum entwickelt. Von Donnerstag bis Samstag legen im Juni abends DJs auf.

Mehr Infos auf der Facebook-Seite des Freiraum.

Hier noch ein paar Eindrücke von der Eröffnung am Samstag.

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Midsummer Metal Pt. II

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Am kommenden Freitag gibt es in Sindelfingen heftig was auf die Ohren. Im Rahmen des Internationalen Straßenfestes laden die Heavy Metal Friends zum zweite Teil des Midsummer Metal ein, auf einer Bühne am Rathausplatz. Um dem Publikum einzuheizen haben sich drei Bands angekündigt. Zu Beginn wollen Downspirit die Fans mit eingängigem und melodischem Metal begeistern. Im Anschluss geben sich die Jungs von Vengeance die Ehre, die den meisten noch vom ersten Midsummer Metal ein Begriff sein könnte. Zum Abschluss werden Kissin’ Dynamite, die bereits erfolgreich zwei Alben veröffentlicht haben, die Freunde des Heavy Metal auf ihre Kosten kommen lassen. Es wird also einiges geboten um diese doch manchmal vernachlässigte Musikrichtung gut zu präsentieren. Der Eintritt zum Konzert ist für jedermann frei, genauso wie zur Aftershowparty im “Leuchtturm”. Das Haare-Schütteln beginnt um 18 Uhr. Mehr Infos findet Ihr auf der Homepage der Heavy Metal Freunde.

Die Südseite des Lebens

Es ist beschlossene Sache. Ich gehe zum Southside. Ich werde auf allen Konzerten gleichzeitig sein. Ich werde Festivalbier trinken. Ich werde campen. Ich werde feiern. Und ich werde dieses Jahr definitiv mit The Hives nach Hause gehen! Vor allem aber werde ich euch vor dem Festival zeigen, was es alles zu sehen geben wird. Und danach, was ich alles gesehen habe. Wer sich ein letztes Mal schlau machen will, was am Southside abgehen wird, der kann das gerne auf der offiziellen Homepage machen.

Bis es aber wirklich das Wochenende des Southside ist, nämlich das vom 17. bis 19. Juni, gilt es auszuharren. Zur Steigerung der Vorfreude und zum Durst stillen gibt es das Line Up und zahlreiche Youtube-Videos. Mein erstes hier: Die Wombats werden zu Gast seien und uns gleich am Freitag Abend beschallen. Trifft sich gut, denn die Jungs aus dem Vereinten Königreich haben erst kürzlich ihr neues Album This Modern Glitch unters Volk gebracht. Also Sonnenbrille auf die Nase, ab in die noch sauberen Gummistiefel und eine erste Runde durchs Zimmer getanzt.

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Lang ist es ja nicht mehr hin, das bisschen ausharren wird sich lohnen. Ich fang schon mal an zu packen!

Bis dahin,

das Southside-Sprachrohr!

Alter, Hip Hop lebt wirklich!

http://www.vimeo.com/24315912

Ach, Leute. Es ist einfach wunderschön. Hip Hop lebt, das habe ich euch ja letztens schon ausführlich erzählt. Und diese Theorie scheint sich zunehmend zu bestätigen. Das neueste Indiz liefert nun Joy Denalane, die schon beim Catch a Fire-Hip Hop-Comeback des Jahrhunderts am Start war. Zusammen mit Max Herre. Und für alle die es noch nicht mitbekommen haben sollten, Max und Joy sind wieder ein Paar. Nicht nur ein Paar, sondern meiner Meinung nach das Traumpaar im Musikbizz. Und das beste an dieser Beziehungskiste: Es scheint Max gut zu tun. Insofern, dass er sich – zumindest vorrübergehend – von seinem Suizid-Hymnen-Gitarren-Geklimper ab- und wieder seinen Wurzeln zuwendet. Dem Hip Hop, der ihn einst groß gemacht hat. Dem Hip Hop, den ER einst groß gemacht hat!

Für das neueste Kunstwerk haben sich die beiden, den mir bisher unbekannten, Megaloh und Hip Hop-Opa Samy Deluxe ins Boot geholt. Dazu haben sie sich mit “Niemand” die Single von Joys neuem Album “Maureen” – übrigens von Max produziert – geschnappt und sie etwas umgestaltet. Joy steckt ein wenig zurück, beschränkt sich auf den Refrain und lässt für die drei Stophen den Männern freie Hand. Und die machen was sie am besten können. Rappen, mit ihren unverwechselbaren Stimmen. Megaloh klingt dabei zwar etwas aggressiv, aber gut. Max und Samy sind definitiv der absolute Obershit (Ich freue mich abnormal, Max endlich wieder rappen zu hören). Davon abgesehen ist der Text ebenfalls der Hammer. Gewohnt politisch und auch auf die aktuellen Geschehnisse in Nordafrika bezogen. Kurz gesagt: Hip Hop wie er sein sollte.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes, hoffentlich sonniges Wochenende. Hier noch das Original von Joy Denalanes “Niemand”. Ihre Stimme ist einfach Killer.

http://www.vimeo.com/22994909

PIG Juni ist am Start

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Yeah, beinahe rekordverdächtig früh kündigen wir hier die neue PIG-Ausgabe an. Man bedenke, gestern war Feiertag! Die 74. Ausgabe eueres Stadtmagazins bietet wieder einmal alles was das Herz begehrt: Die wichtigsten Ausgehtipps für Böblingen, Sindelfingen und deren gemeinsamen Vororte (inkl. Stuttgart), aktuelles über den “Freiraum”, die neue Location zwischen den Böblinger Seen, vier lustige, interessante und/oder kritische Kolumnen, ein Interview mit dem Böblinger Meistertrainer Mario Estasi und vieles mehr. Also macht euch auf den Weg zu eurem lokalen Dealer und holt euch die Lektüre, die euch ins Wochenende begleitet. Und noch viiiel weiter.

PS: Entgegen der Meinung unseres PIG-Kino-News-Untersuchungsausschusses sage ich euch: Hangover 2 regiert!!!! Habe ihn gestern gesehen und mich genauso kaputtgelacht wie beim ersten Teil. Tüüdelüüü.


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