TEXT

#20 Weit weg: Back home…

YouTube Preview Image

Sonntag Morgen, Viertel vor Fünf. Mein Lufthansa-Vogel landet in Frankfurt. Nach genau hundertundzwei Tagen betrete ich erstmals wieder deutschen Boden. In wenigen Stunden werde ich in Stuttgart aus dem Zug steigen und nach Hause fahren. Nach Hause, geiler Scheiß. Was für ein tolles Gefühl, sich so auf die eigenen, bekannten vier Wände und die Stadt zu freuen. Stuttgart. Königsstraße, Schlossplatz und -park, Tonstudio und Hype Club, Stuttgarter Hofbräu. Und Spätzle, Kartoffelsalat etc. Die Liste ist lang, die Freude groß.

statue

Ich denke, über Argentinien ist alles gesagt (so gut und viel wie eben möglich). Unglaublich schönes Land, ein cooles Volk und eine tolle Kultur. Definitiv drei der schönsten Monate meines Lebens. Danke. Und dann war da noch die Sache mit New York. Vereinigte Staaten von Amerika. Oder hieß es „Verblödete“? Man weiß es nicht so genau, passen würde beides. So schön New York auch war, so freundlich die Amis sind, so bleibt einem manchmal einfach nichts anderes übrig, als einfach nur den Kopf zu schütteln. Was sich da drüben, überm großen Teich teilweise abspielt. Was man dort alles, mit ein bisschen Aufmerksamkeit, entdecken kann, ist schon heftig. Ich will da jetzt auch gar nicht so sehr drauf rumhacken, nur ganz kurz drei Beispiele beispielloser Dummheit: Auf einer Sprite-Flasche vom Kiosk habe ich den Hinweis entdeckt, dass es sich hierbei nicht um ein Free-Refill-Getränk handelt. Ach echt? Auf einem Ticket des Empire State Building, wohl einem der bekanntesten und repräsentativsten Gebäuden der USA, finden sich in der deutschen Übersetzung eines Hinweises (lediglich ein Satz) ganze elf Schreib- und/oder Zeichenfehler. Und dann war dann noch der „Fail“ auf der Speisekarte, in der zu einem Menü folgende Hinweise stehen: Verfügbar/Gültig von Montag bis Freitag. Ausgeschlossen Wochenende. Autsch. Das ist jetzt alles nicht böse gemeint, ich finde es einfach nur unglaublich.

dumm2

dumm3

dumm1

Aber wie gesagt, es war trotzdem eine super Woche in einer der größten Städte der Welt. Und es mag vielleicht komisch klingen, aber New York ist nicht nur eine Stadt, sondern irgendwie auch eine Art Lebensgefühl. Du läufst dort durch die überfüllten Straßen, den mit Leuchtreklamen tapezierten Times Square oder die stinkende Subway und spürst die Stadt. Krass, hört sich das bescheuert an. Aber es ist irgendwie so. Die Stadt schläft wirklich nie, es ist immer und überall was los und das auf eine besondere, unbeschwerte Art und Weise. An einem guten Tag laufen dir Spiderman, Batman und Ironman über den Weg (kein Witz, im perfekten Kostüm hampeln die durch die Straßen und lassen Poser-Fotos mit sich machen) oder du kannst ein Spontan-Konzert am Times Square verfolgen. Dazu kommen jeden Menge Straßenkünstler, einer cooler bzw. besser als der andere. Schräge Vögel, die dich in die nächste Stand-Up-Comedy-Show locken wollen („Hey magst du mexikanische Oper? Nein? Gibt es wahrscheinlich auch nicht, wie wär’s aber mit ein bisschen Stand-Up-Comedy?“) und rülpsende und tanzende Portiers in Nobel-Hotels. Falls man davon nichts antreffen sollte, gibt es immer noch unzählige witzige Touristen, die es sich lohnt zu beobachten. Kurz: In New York gibt es immer etwas Amüsantes zu entdecken.
Wer nicht so auf „amüsant“ steht, kommt auch nicht zu kurz. Das Metropolitan Museum  of Art ist sehr zu empfehlen (unglaubliche Ausstellungen, mit der Schlussfolgerung, dass die alten Ägypter eindeutig am meisten auf dem Kasten hatten), die Brooklyn Bridge und die Statue auf Liberty sind natürlich immer ein, zwei Fotos wert und auch die einzelnen Stadtteile sollte man mal abklappern (Chinatown kann man sich übrigens sparen, sofern man nicht auf den Geruch von altem Fisch steht). Klar, Madame Tussaud’s sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Da wären wir dann doch wieder bei „amüsant“, denn dort lässt sich jede Menge Quatsch machen. Und ja, wir haben dort jede Menge Quatscht gemacht:

ali

Ne Faust für Muhammad.

bush

Ne Faust für Terroristen-George.

castro

Nen Daumen für Fidel.

diddy

Geschäfte regeln mit P.Diddy

obama

Kein Kommentar

Aber Quatsch ist ja nicht alles im Leben (behaupten manche Menschen). Und natürlich haben wir auch die Stadt bissle angeschaut. Soll ja ganz schön sein. Die Gebäude erscheinen zwar in den Filmen zwar immer ein wenig größer, als sie wirklich sind (siehe Bild oben), aber irgendwie ist es schon beeindruckend. Ich denke ihr habt Verständnis, wenn ich es mir spare, hier jetzt Bilder der Skyline und der ganzen Wolkenkratzer hochzuladen. Schaut sie euch bei Google an.
Und a propos beeindruckend. Das Coolste, was ich in der Woche in NYC gesehen habe, wovon ich nicht einmal wusste, dass es existiert, ist defnitiv folgendes Restaurant:

bubbagump

Das Bubba Gump Shrimp & Co Restaurant. Wie geil ist das denn? Ich denke fast jeder hat den Film Forrest Gump gesehen und ich behaupte insgeheim wollte jeder schon mal all die Shrimps-Combos ausprobieren, die Forrests Freund Bubba alle aufzählt.

YouTube Preview Image

Wir sind da jedenfalls reinspaziert und haben uns den Bauch mit Schrimps vollgeschlagen. Neben den echt guten Shrimps, hat mich vor allem die Inneneinrichtung des Restaurants begeistert. Nahezu alle relevanten Requisiten aus dem Film waren vorhanden und ausgestellt. Coole Sache!

forrestschuhe

Ja, ja, schön war’s in New York. Viel gesehen, viel erlebt. Doch auch das Kapitel ist jetzt abgeschlossen. Jetzt bin ich wieder da, in der Heimat. Zu Hause stehen bereits Fleischküchle und Kartoffelsalat bereit, das habe ich eben telefonisch abgecheckt. Also entschuldigt mich jetzt bitte, der Zug steht bereit, mich in die Mutterstadt zu chauffieren. Stuggi City, ich hab dich vermisst…

PS: So, das war’s dann wohl mit “Weit weg”. Hat mir verdammt viel Spaß gemacht. Ich hoffe nicht nur mir. Vielen Dank für’s Lesen und um noch mal einen dummen Spruch rauszuhauen: Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!

billigeputzkraft

eure Billige Putzkraft…

Ein Kommentar

  1. Don Diego Armando de la Vega sagt:

    Coole Serie, hombre! Ich muss zugeben, dass ich mich köstlich amüsiert habe beim Lesen Deiner Kolumne. Deine Schreibe ist von Episode zu Episode besser geworden. Weiter so! Und willkommen daheim, homeboy!


Tag cloud widget powered by nktagcloud