Da is’ er. Nur noch wenige Tage bis zum WM-Start und wir haben den ersten kleinen Skandal am Start. Und das PIG hat gleich einen Aufklärer vor Ort, denn dieser Vorfall, der beim Einen vielleicht für ein Schmunzeln (oder wie bei mir zu heftigem Lachen), beim Ein oder Anderen jedoch für Entrüstung sorgen wird, hat seinen Ursprung direkt vor meiner Haustür: Argentinien. Wer nun glaubt, dass es sich beim Bösewicht um Diego Maradona handele, den muss ich Enttäuschen. Don Diego hat damit nichts am Hut. Der hat zwar mit seiner Aussage, dass er im Falle des Gewinns der Weltmeisterschaft nackt durch Buenos Aires rennen werde, schon für ordentlich Furore gesorgt, aber sein Chef, Carlos Salvador Bilardo, hohes Tier bei der AFA, dem Argentinischen Fußballverband, hat nun den Vogel abgeschossen. In einem Interview gab er dem Reporter ein Versprechen, dass noch eine Schublade tiefer anzusiedeln ist, als einmal durch die Hauptstadt zu flitzen. Vor allem „tiefer“.

Das Interview habe ich leider nur auf Spanisch gefunden. Ich habe mich mit meinem Team aus Sachverständigern, Experten und Dolmetschern zusammengesetzt und wir sind auf folgendes gestoßen (wie gut dieses Wort passt):
Der Reporter weist Bilardo darauf hin, dass Maradona versprochen hat zu flitzen und fragt ob er denn nicht auch ein Verprechen abgeben will. Bilardo überlegt, grinst und bietet letztendlich an:
„El que haga el gol en la final me haga la colita“. Wer des spanischen mächtig ist, wird schon ziemlich dumm gucken, für alle Anderen: „Wer das Tor im Finale macht, kann mich von hinten nehmen.“
Bei 0:35 gibt’s den Handschlag. Top die Wette gilt.
Zur Info (ergibt sich aus dem weiteren Gespräch): Carlos Salvador Bilardo ist 74 Jahre alt und unter anderem gelernter Gynäkologe. Er weiß also wovon er spricht, wenn er später noch sagt „Ich weiß dass das weh tun wird“ Ja er wird es wohl wissen. Ich will es nicht wissen und wenn ich Argentinier wäre, würde ich auf keinen Fall ein Tor im Finale schießen wollen. Nun also die Frage ob dieser Ans-porn der Mannschaft so gut tut oder ob dieses Versprechen einfach nur, wie die BILD-Zeitung titelt, für den Arsch ist. Denn solange Christiano Ronaldo keine argentinische Staatsbürgerschaft hat, freut sich wohl keiner über dieses Angebot.
PS: Auf die zwar amüsierte aber doch etwas geschockte Reaktion des Reporters sagt Bilardo nur „Ist doch egal. Wenn wir Weltmeister werden, ist mir alles egal“. Spätestens jetzt weiß auch der Letzte wie wichtig den Argentiniern Fußball ist.
PS 2: Ich habe mich natürlich gleich mal umgehört und ein paar Gauchos dazu befragt. Die fanden das gar nicht so lustig. Ich irgendwie schon. Verrückt, um nicht zu sagen völlig bescheuert, aber witzig.