
So, da bin ich wieder. Zurück vom Southside Festival 2010, hundemüde, körperlich etwas zersetzt, aber immerhin wieder sauber. Ich fang mit der Sauerei am besten mal von Vorne an.
Donnerstag Abend also losgefahren Richtung Neuhausen ob Eck. Stimmung super, Bier kalt und Autobahn leer, was will man also mehr? Es läuft dann auch immerhin bis zur Autobahnausfahrt Tuttlingen, bis wir dann für knappe drei Stunden im Stau stehen und die Gelegenheit bekommen, dem Regen zuzuschauen wie er immer stärker wird. Um halb 12 dann endlich am Ziel, der Pressecampingplatz! Nun beginnt der eigentliche Spass: Zelt aufbauen. Und das bei strömendem Regen und Boden, der sich immer mehr in seine Bestandteile auflöst. Zelt steht trotzdem und dazu noch relativ trocken und bewohnbar. Der nächste Morgen: die Sache sieht nicht wirklich besser aus. Es hat die ganze Nacht in Strömen durchgeregnet. Zu unserem Erstaunen ist unsere Behausung aber weitgehend trocken geblieben. Wir machen uns auf zum Festivalgelände. Offizieller Einlass ist ab 15 Uhr, wir haben es kurz nach elf und das Gelände wirkt extrem Ruhig und überschaubar ohne Besucher. Der Regenschaden hält sich in Grenzen. Noch! Man kann sogar noch Straße von Wiese unterscheiden und selbst der notdürftige Versuch des Veranstalters, den Schlamm mit Stroh in den Griff zu bekommen, ist noch zu sehen. Noch!

Um 13.30 Uhr sitzen wir in der Presse-Lounge und schauen uns zur Einstimmung auf das Festival das Deutschland-Spiel gegen die Serben an. Mit Dreck an den Schuhen begeben wir uns über einen roten Flanellteppich in Richtung Lounge. Bei Becks für umme und in schwarzen Ledersesseln, sehen wir einen unverdienten Serben-Sieg. 16 Uhr, eine Stunde nach Einlass, und wieder in der Realität angekommen. Der Boden draußen ist inzwischen nicht mehr vorhanden, alles besteht aus einer einzigen Matschmasse. Das komplette Gelände schwimmt im Matsch.

90 Prozent der Leute sieht man mit Gummistiefeln durch die Gegend waten. Nicht so die Jungs vom PIG. Wir stehen mit unseren Nike-Sneakern knöcheltief in der braunen Sauce. Egal, wir haben die Genugtuung, dass wir ein trockenes Zelt und einen relativ begehbaren Campingplatz haben. Nach ein paar genialen Konzerten - Donots, Zebrahead & Dropkick Murphys - ettlichen Schlammschlachten und viel Gefluche (Ich hab wohl noch nie so viele Leute fluchen und Mädchen weinen sehen: “Schatz, ich will jetzt endlich heim.”) ist der Freitag dann auch schon rum. Samstag Morgen, wir stehen auf in der Hoffung, dass das Wetter besser geworden ist. Doch schon beim Zeltaufmachen wird man eines besseren belehrt: Regen!

Inzwischen sieht auch der Pressecampingplatz aus wie die Ufer des Amazonas. Matsch wo hin man schaut. Wir laufen vor zum Gelände und hier erwartet uns dann ein unbeschreibliches Bild. Alles, wirklich alles ist braun! Unsere Sneaker sind inzwischen überzogen mit einer etwa fünf Zentimeter Matsch-Schicht. Aber Bilder sagen wohl mehr als Worte.


Irgendwie habe ich, glaube ich, ‘ne Pechsträhne was so Event-Zelt-Trips angeht. Aber alles in allem war es doch ein nettes Festival. Klar, man hätte von Seitens des Veranstalters wohl etwas mehr Maßnahmen gegen das Wetter erwarten können, denn bis auf die gescheiterten Versuche mit etwas Stroh Abhilfe zu schaffen wurde nichts weiter unternommen, dennoch, Konzerte waren einige richtig super (Beatsteaks, die kranken Bloody Beetroots oder Paramore). Ein paar andere so naja (Jack Johnson war ganz schwach, sogar langweilig, aber O.K. vielleicht nicht sein Wetter und Revolverheld wollten zwar irgendwie, aber es waren halt nicht so viele Leute da - siehe Bild ganz oben). Abschließend vielleicht noch kurz ein Zitat des Beatsteaks-Frontmans Armin, das wie ich finde die Sache doch recht gut zusammenfasst: “APOKALYPSE”!