Menschen

VERLOSUNG ENERGY MUSIC TOUR TICKETS

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Wir verlosen 3 x das neue Tanzspiel DanceStar PARTY für PlayStation Move und on top 3×2 Tickets für die Energy Music Tour am Samstag, den 26. November in der Neuen Messe am Flughafen. Auf dem Konzert könnt ihr nicht nur viele bekannte Künstler wie Gentleman, Culcha Candela und Itchy Poopzkid live erleben, sondern auch die intuitive Bewegungssteuerung PlayStation Move und das neue Tanzspiel DanceStar PARTY ausprobieren. Kim Petras, eine talentierte aufstrebende Künstlerin deren Song „One Piece of Tape“ auf DanceStar PARTY vertreten ist, erwartet euch am PlayStation Stand. Das PIG wünscht viel Glück.

DJ Hell: Über Gott und die Welt, Fußball und andere Nebensächlichkeiten

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Der 17. September rückt immer näher, eine hoffentlich unvergessliche Partynacht ist zum Greifen nahe. Ich spreche von der X-One im Sensapolis auf dem Flugfeld. DJ Hell, neben Schowi und Joko & Klaas im Line-Up
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Wo steckt der Globetrotter DJ Hell Ende August, wenn unsere Fragen ihn per E-Mail erreichen? Im Urlaub, auf Tour, in Berlin oder in München?
Ich komme gerade aus Ibiza, der Partyinsel aus dem Mittelmeer. Dann geht’s weiter nach Bayern und heute noch nach Berlin. August ist der Monat mit den großen Festivals überall in Europa, d.h. immer viel fliegen und jede Menge neuer Eindrücke.

Wir haben gehört, dass du zuletzt auch in Japan warst. War das einfach geschäftlich ausgerichtet oder haben die Ereignisse in Japan dich dort hingezogen?
Das Fuji Rock Festival hatte mich eingeladen, um dort in den Bergen, also drei Stunden von Tokyo entfernt aufzulegen. Der Einladung bin ich gerne gefolgt. Im Anschluss gab’s noch Shows in Seoul, Korea und Hongkong, China und als Abschluss der Asien Tour noch eine Show in Tokyo.
In Japan hat sich viel verändert seit der Katastrophe in Fukushima, vor allem in den Köpfen der japanischen Bevölkerung. Das Vertrauen in die Regierung ist stark gesunken und viele Menschen sind verunsichert.

Wie hast du Japan und seine Menschen in dieser extremen Situation erlebt?
Es ist nichts mehr wie es war und trotzdem versucht man wieder so normal wie möglich weiterzuleben. Leider habe ich auch Freunde vor Ort, die beide Eltern bei der Katastrophe verloren haben. Das mindeste, was ich tun kann ist, meine Shows nicht abzusagen und die japanischen Freunde zu unterstützen vor Ort.

Wir sind gespannt und freuen uns riesig DJ Hell bei der X-One am 17. September zu erleben. Wie viel ist nach fast drei Dekaden DJing eigentlich Planung und wie viel Improvisation, Gefühl und Erfahrung bei deinen Sets?
Von allem die richtige Mischung. Wichtig ist das technische set up: der Raum, das Licht, die Sound-Anlage, die Bühne. Natürlich spielt auch eine Rolle, wie wird das Event promoted, was für andere Acts treten auf, wie lange performe ich usw.

Zuletzt ist ein House-Remix-Album von “Teufelswerk” erschienen, wofür deine aktuelle Tour gerade läuft. Ist in naher Zukunft ein neues DJ Hell-Album in Planung oder stehen gerade andere Dinge im Vordergrund?
Ich arbeite an diversen Projekten gleichzeitig, ein neues Album ist fast fertig und wird hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht werden. Dazu bewege ich mich gerade im Doku-Bereich und werde hier wieder versuchen Fördergelder für ein brasilianisches Fußballprojekt zu bekommen. Diverse Fashion-Shows und Kooperationen stehen in den Startlöchern und dann spiele ich ja jedes Wochenende in den europäischen Nachtclubs.

Du spielst seit vielen Jahren bei deinen Veröffentlichungen mit provozierenden Bildern und Begriffen wie Größenwahn, Teufelswerk, Geteert & Gefedert, Hell’s Kitchen, etc. Ist die Provokation und auch die damit verbundene Aufmerksamkeit heute nötiger denn je?
Für mich stellt sich kaum die Frage, ob ich damit provoziere oder Aufmerksamkeit erzeuge. Titel und Bezeichnungen finden sich immer während des Prozesses im Studio oder haben eine lange Vorgeschichte, die meistens persönlicher Natur ist. Hell als Künstlername verwirrt ja bis heute viele Leute.

Glaubt DJ Hell an Himmel und Hölle? Glaubst du an Gott?
Ich bin aus der Kirche ausgetreten und habe es bis heute nicht bereut.

Du hast den Erdball bereist, hast viel gesehen und erlebt. Du bist mit Leuten wie Hugh Heffner, P. Diddy oder Brian Ferry, um einige zu nennen, geschäftig. Welche von diesen großen Persönlichkeiten hat dich besonders beeindruckt?
Alle auf ihre Art, aber ich denke das sind nur die großen Namen, die immer wieder in jedem Interview vorkommen. Im Grunde arbeite ich einfach mit faszinierenden Leuten zusammen, schätze die Arbeit mit völlig unbekannten talentierten Künstlern aber genauso.

Andererseits hängst du auch stark an deinen bayrischen Wurzeln. Braucht man diese Erdung bei diesem Globetrotter-Jet-Set-Lebensstil, um nicht komplett abzuheben?
Man ist immer in sich zuhause. Wurzeln und Erfahrungen sind natürlich bei jedem Menschen sehr entscheidend und tragend, bei mir ist das nicht anders.

Du hast eine Fußballtrainer-Lizenz, wie ich gelesen habe, bist 11Freunde-Fan und auf den Trikots deines Heimatklubs steht DJ Hell. Dort bist du auch Sponsor, wenn ich das richtig verstanden habe. Woher kommt die Affinität zum Fußball? Hast du selbst gespielt?
Ich spiele immer noch, wenn ich zeit habe und gehe so oft wie möglich in den Städten, in denen ich abends auflege, in die Stadien.

Zum Schluss noch ein Statement zum aktuellen FC Bayern. Wie siehst du deinen Lieblingsklubgerüstet für die Saison?
Ich wäre schon sehr glücklich, wenn wieder mehr Leidenschaft und Begeisterung auf dem Platz gezeigt wird. Wirklich guten, modernen Fussball hat man letztes Jahr kaum genießen dürfen. Wichtig wäre natürlich auch, dass Philipp Lahm sich mehr auf das, was auf dem Rasen passiert, konzentrieren würde und nicht ständig versucht, seine Machtposition auszubauen.

Vielen Dank, bis bald und alles Gute!

The Magic - Ayrton Senna da Silva

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Die Böblinger Kinos, das Seegärtle und das Meilenwerk haben für Freitag, den 29. Juli, ein einzigartiges Ereignis organisiert. Der großartige Formel1-Rennfahrer Ayrton Senna wird geehrt. Mit einem Sektempfang auf rotem Teppich werden alle Gäste, um 19 Uhr, am hinteren Eingang des Bären Kinos, also am Oberen See, begrüßt. Und auf eine exklusiven Oltimer-Ausstellung des Meilenwerks antreffen. Gegen 20 Uhr wird  Claudio Bergfeld, Center Manager des Meilenwerks, im Saal eine Empfangs -und Filmeröffnungsrede halten. Die Dokumentation “Senna - Genie. Draufgänger. Legende.”  von  Asif Kapadia konzentriert sich vor allem auf die Zeitspanne zwischen dem Jahr 1984, in dem der Brasilianer sein erstes Rennen bestritt, und 1994, als Senna bei einem schweren Unfall auf dem Circuit von Imola tödlich verunglückte.

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Beim Fahren konnte der Rennfahrerlegende keiner etwas vormachen, dabei kam es auch öffters zu öffentlichen Rivalitäten mit anderen Formel 1 Fahrern, zum Beispiel mit dem Franzosen Alain Prost, welcher in dem Film auch eine große Rolle spielt. Vor allem bei Regen konnte man den außergewöhnlichen und präzisen Fahrstil des dreifachen Weltmeisters sehen, deswegen bekam Senna von seinen Fans und den Medien den Spitznamen “The Magic”. “Er war der Beste Fahrer seiner Zeit”, beschrieb Niki Lauda den einzigartigen Formel1-Piloten. Die Dokumentation mit Bildern, TV-Auftritten und privaten Aufnahmen dieses F1-Giganten, einem entsprechendem Vorprogramm und einer späteren Gesprächsrunde an der Seegärtle-Bar ist allso definiv lohnenswert. Hier noch der Trailer zum Film als kleiner Vorgeschmack.

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Amy Winehouse im Klub 27 – R.I.P.

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Am Wochenende ist Amy Winehouse gestorben. Sie ist 27 geworden und weilt ab sofort im legendären Klub 27. Warum ich das jetzt erwähne? Weil ich dieser ehemals großartigen Sängerin im Januar 2008 eine “Freistil”-Kolumne gewidmet habe und sie darin gebeten habe noch eine Weile zu warten, bis sie sich komplett weg schießt. Vielleicht würde sie es dann ja in den Klub 27 schaffen. Krasser Scheiß, jetzt hat sie es tatsächlich geschafft! Ich hab‘ die Kleine und ihre Songs echt gemocht, leider hat sie das ganze Ding nicht auf die Reihe gekriegt, warum auch immer. Hier nochmals die Kolumne: PIG-Ausgabe Januar 2008:

KLUB 27 – AMY, BITTE WARTE NOCH

Amy Winehouse will im neuen Jahr alles besser machen. Vor allem möchte sie ihren Alltag ohne Drogen meistern und deshalb checkt sie direkt nach den Feiertagen in eine Entzugsklinik in Israel ein. Im Februar möchte sie schließlich – gesund und vor allem clean – ihr Comeback bei der Verleihung der Grammys feiern.

So steht es auf ihrer deutschen Internetseite. Ich war letztens mal drauf - also auf der Internetseite. Nicht weil mich das ganze Boulevard-Geschnatter über ihren drastischen Drogenkonsum im digitalen Blätterwald dorthin geführt hat, nein, eigentlich weil ich ihren Sound, den sie macht, ziemlich cool finde. Wirklich, das ganze Drogenproblem- und Skandalkind Winehouse interessiert mich nicht. Ich höre nur gern ihre authentischen Songs mit viel Seele. Ja wirklich.

O.k. das jeden Tag eine neue Meldung über Pete Dohertys weibliches Pendant in den Zeitungen zu lesen ist, schiebt einen schon in die Richtung und ein bißchen neugierig und sensationsgeil ist ja jeder. O.K. mir machen auch ihre dünnen Beinchen ein wenig Sorge und ihr Gesamtzustand kann auch nicht der Beste sein bei so viel Drogenzeugs. Als ich jedoch las, dass ihr eigener Vater schon ihre Grabrede geschrieben haben soll, dachte ich: oh, oh, Amy. Wäre schade, wenn du frühzeitig bei Jim, Janis, Kurt und Konsorten landen würdest. Ein paar weitere Songs für die biedere Menschheit, die deinen Lifestyle nicht versteht, sondern nur ketzerisch beobachtet und kommentiert, wie ich es gerade tue, wären doch was Feines.

Auf meiner Surftour im Netz bin ich über verschiedene Links auf den Klub 27 gestoßen. Und was passiert? Fast schon konspirative Anwandlungen beschleichen mein Hirngeflecht. Im Klub 27 sind Leute wie Jimi Hendrix, Jim Morisson, Kurt Cobain oder Janis Joplin. Sie sind alle große Musiker gewesen und alle frühzeitig an Drogen gestorben. Und - alle waren 27 Jahre alt.

Also Amy, wenn du mit deinen 24 Lenzen schon Vollgas gibst, dann warte wenigstens noch ein paar Kurven ab mit dem Kickdown und dreh noch ein paar Mal den Volumenknopf auf. Vielleicht landest du dann auch im Klub 27.

Dein Funky Professor

Ueber Mut - Engagiert. Couragiert. Kontrovers.

Die Aktion Mensch startet zum vierten Mal ein Filmfestival. Nach „Ueber Arbeiten“, „Ueber Morgen“ und „Ueber Macht“, läuft seit November 2010 „Ueber Mut“. Bis Dezember 2011 wird das Festival in 100 verschiedenen Deutschen Städten stattfinden und zeigt in einem dreitägigen Programm zehn verschiedene internationale Filme, von Menschen, die unsere Gesellschaft verändern oder ihre Träume leben wollen – gegen alle Widerstände. Mit dem Untertitel „Engagiert. Couragiert. Kontrovers.“ sollen das Gesehene die Zuschauer zur Diskussion anregen und zu gesellschaftlichem Engagement motivieren.

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Die Mischung aus Spielfilmen und Dokumentationen wie „Eine flexible Frau“ (Trailer oben) oder  „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ (Trailer unten) geben diesem Filmfest eine große Spannbreite und Abwechslung. Nach den meisten Vorstellungen von ueber Mut gibt es Filmgespräche, in denen sich das Publikum mit Regisseuren und Protagonisten der gezeigten Filme oder mit kompetenten Gesprächspartnern austauschen kann. Am Mittwoch, den 13. Juli startet dieses Event in Sindelfingen und zum Eröffnungsfilm „Eine Flexible Frau“ und der darauf folgenden Gesprächsrunde wird die Regisseurin Tatjana Turanskyj anwesend sein. Auch Regisseurin Ilona Ziok wird am 15. Juli wenn ihre Dokumentation über Fritz Bauer gezeigt wird zu Gast sein um Fragen und Eindrücken entgegen zu nehmen.

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Der Fokus – Forum Kultur Sindelfingen e.V. hat dieses Jahr das Event für Sindelfingen koordiniert. Im Schubartsaal, beim Café Paletti und der Stadtbiliothek Sindelfingen, werden die Filme, Gesprächsrunden und das Beisammensein vom 13. Juli bis 17. Juli stattfinden. Das Programm und weitere Informationen findet ihr hier.

Alter, Hip Hop lebt wirklich!

http://www.vimeo.com/24315912

Ach, Leute. Es ist einfach wunderschön. Hip Hop lebt, das habe ich euch ja letztens schon ausführlich erzählt. Und diese Theorie scheint sich zunehmend zu bestätigen. Das neueste Indiz liefert nun Joy Denalane, die schon beim Catch a Fire-Hip Hop-Comeback des Jahrhunderts am Start war. Zusammen mit Max Herre. Und für alle die es noch nicht mitbekommen haben sollten, Max und Joy sind wieder ein Paar. Nicht nur ein Paar, sondern meiner Meinung nach das Traumpaar im Musikbizz. Und das beste an dieser Beziehungskiste: Es scheint Max gut zu tun. Insofern, dass er sich – zumindest vorrübergehend – von seinem Suizid-Hymnen-Gitarren-Geklimper ab- und wieder seinen Wurzeln zuwendet. Dem Hip Hop, der ihn einst groß gemacht hat. Dem Hip Hop, den ER einst groß gemacht hat!

Für das neueste Kunstwerk haben sich die beiden, den mir bisher unbekannten, Megaloh und Hip Hop-Opa Samy Deluxe ins Boot geholt. Dazu haben sie sich mit “Niemand” die Single von Joys neuem Album “Maureen” – übrigens von Max produziert – geschnappt und sie etwas umgestaltet. Joy steckt ein wenig zurück, beschränkt sich auf den Refrain und lässt für die drei Stophen den Männern freie Hand. Und die machen was sie am besten können. Rappen, mit ihren unverwechselbaren Stimmen. Megaloh klingt dabei zwar etwas aggressiv, aber gut. Max und Samy sind definitiv der absolute Obershit (Ich freue mich abnormal, Max endlich wieder rappen zu hören). Davon abgesehen ist der Text ebenfalls der Hammer. Gewohnt politisch und auch auf die aktuellen Geschehnisse in Nordafrika bezogen. Kurz gesagt: Hip Hop wie er sein sollte.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes, hoffentlich sonniges Wochenende. Hier noch das Original von Joy Denalanes “Niemand”. Ihre Stimme ist einfach Killer.

http://www.vimeo.com/22994909

The Revolution will (not) be televised

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Gil Scott-Heron ist am Freitag gestorben. Ich möchte nicht ausholen und kurz zusammenfassen. Doch wenn man sich wie ich als eingewanderte Rucksack-Kartoffel seit fast 20 Jahren etwas ausführlicher mit der Hip Hop-Kultur auseinandersetzt als fette Beats, Yo’s und dicke Titten zu feiern und fragt woher dieser Musikstil kommt, wer ihn geprägt hat und wo die Wurzeln und die Geschichte liegen, dann stieß man automatisch auf diesen Typen, der seit den 60ern beeinflusst und inspiriert hat, dessen Stimme immer krasser wurde (Koks macht‘s möglich, übrigens auch seine letzten Knastaufenthalte) und der letztes Jahr nochmals eine unglaubliche Spoken Word-Platte rausbrachte. Vielen Dank Mr. Heron für die Inspiration. Ruhe in Frieden!

Die Doku oben sagt übrigens einiges, die Worte und die Props über ihn von den verschiedenen Musikern und anderen Leuten noch mehr und am meisten wohl die Musik und die Lyrics von ihm selbst.

“The Revolution will not be televised” war wohl einer seiner bekanntesten Titel (hier ein Teil des Originalsongs! Passt wohl wie die Faust aufs Auge momentan!)

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Smoove & Turrell haben ihn der Zeit angepasst haben und das “not” gestrichen – ziemlich fett gemacht übrigens wie ich finde (der Song, Video habe ich kein besseres gefunden)!

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Beyoncé runs the world

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Alter Schwede! Jay-Z muss sich vor Stolz fast in seinen teuren Anzug gepieselt haben. Oder vor Neid? Denn seine herzallerliebste Beyoncé war am vergangenen Wochenende bei den Billboard Music Awards, die erstmals seit 2006 wieder mit einer fetten Show stattfanden, das Highlight des Abends. Ich habe die gute Frau Knowles bisher eher wegen ihres Aussehens auf dem Radar gehabt, aber die Billboard-Jury hat die heiße Texanerin nun mit dem Billboard Millennium Award ausgezeichnet. Beste Künstlerin des Jahrtausends, oder was? Ist natürlich eine reine Geschmacksache, aber ihr Live-Auftritt bei den Awards war definitiv Millennium-Award reif.
Nicht nur, dass Beyoncé per Videobotschaften Probs erhielt, von denen Jay-Z nicht mal zu träumen wagt (Stevie Wonder, Bono und der First Lady Michelle Obama), sie hat auch noch eine Performance am Start gehabt, da würde sogar Michael Jackson im Grab mit den Ohren schnackeln. Oder auf den Cayman-Inseln.
“Who run the world” wurde performt. Mit aufwendigen Visiuals, einer perfekten Choreo und einem kurzen Auftritt der Les Twins hat die gute Frau wirklich mal kurz einen kleinen Meilenstein in Sachen moderner Bühnenshow gesetzt. Ganz ohne Skandal, nur mit Klasse. Nicht zu vergessen natürlich die Armee leicht bekleideter Mädels, die die Welt erobern wollen. Von mir aus.

Interview: Kera-Rachel Cook

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Im Dezember 2006 hatten wir die 22-jährige Böblingerin Kera Rachel Cook für ein Weihnachts-Fotoshooting vor der PIG-Linse. Jetzt hatten wir die junge Dame wieder vor der Kamera und haben ein neues Shooting gemacht. Dazwischen ist einiges passiert. Kera war unter anderem unter den besten 20 bei Heidi Klums „Germany‘s Next Topmodel“ 2010. Wir wollten wissen, was mit etwas Abstand hängen geblieben ist von diesem Topmodelshowzinnober und haben uns mit ihr auf einen Maracujasaft getroffen. Hier die ausführliche Online-Version des Interviews.

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Hallo Kera. Alles klar bei dir?
Ja klar, danke. Nur ein bisschen zu kalt.

Allerdings. Kera, ich selber habe Germany’s Next Topmodel (GNTM) nicht verfolgt, nicht einmal gesehen. Habe ich da was verpasst?
Ja, lauter halbnackte Weiber halt (lacht).

Ok, das ist was. Aber wie betrachtest du im Nachhinein die Show, schaust du sie dir weiterhin an?
Ich werde mir die neue Staffel auf jeden Fall angucken, weil es mich interessiert, was da für Mädels dabei sind, und ich bin vor allem gespannt, ob es anders wird als die Jahre zuvor. Bisher habe ich es ja immer als normaler Zuschauer betrachtet und nun zum ersten Mal als jemand, der weiß, wie es hinter den Kulissen abläuft. Ich bin auch gespannt, was da für neue Gefühle hochkommen. Und was für Erinnerungen.

Hast du jetzt, genau ein Jahr danach, noch Kontakt zu den Mädels von damals?
Ja, mit Leyla Mert studiere ich zusammen Rhetorik – sie kommt ja aus Sindelfingen – und so sehen wir uns mindestens ein Mal in der Woche.

Und zu den anderen? Zu denen, die am Schluss von GNTM noch dabei waren?
Weniger jetzt. Mal über Facebook oder so ein bisschen. Diesen Mädels fehlt aber auch einfach die Zeit, weil sie in der Weltgeschichte rumreisen. Aber ich würd‘s jetzt nicht ausschließen, vielleicht wenn ich mal wieder nach München komme, mal in ihre Agentur reinzuschauen.

Du hast ja auch schon andere Model-Jobs hinter dir. Was ist gut, was ist schlecht an diesem großen Format, der großen Bühne von GNTM?
Das ist schwer zu sagen. Es ist auf jeden Fall ganz anders. Normalerweise weiß der Kunde, was er möchte, gibt Anweisungen dazu und man koordiniert die Sache gemeinsam um das perfekte Ergebnis zu erzielen. Bei GNTM wirst du ins kalte Wasser geschmissen, so auf die Art ‚Hier, mach mal.‘ Aber man darf natürlich auch nicht glauben, dass wenn man zu dieser Show eingeladen wird, man danach wirklich ein Topmodel ist. Das findet die Show einfach nicht, eher neue Werbegesichter. Natürlich, Sara Nuru und Barbara Meier sind schon sehr erfolgreich, aber mehr auf dem Level eines gut bezahlten Models, die auf einem höheren Niveau in die Branche einsteigen. Aber Topmodels sind Frauen wie Naomi Campbell oder Gisele Bündchen.

Das heißt, du siehst die Show auch kritisch bzw. realistisch genug um das einschätzen zu können. Ist dieses Bewusstsein bei allen Mädels da?
Naja, bei allen ist das nicht so. Manche gehen dort hin um diese Erfahrung zu sammeln, um tolle Bilder zu kriegen. Mit Fotografen wie Christian Schuller zusammenzuarbeiten ist immer gut für die eigene Mappe. Aber andere sind wirklich so naiv, dass sie glauben, das wird der große Durchbruch. Und man muss das Fernsehen immer kritisch sehen, denn es sind Shows und es geht darum zu vermarkten und zu unterhalten und weniger die Mädels wirklich weit zu bringen.

Ist das so extrem mit der Naivität?
Ja klar, aber was will man von Mädels mit 16 Jahren erwarten? Ich hätte mich theoretisch auch mit 16 schon bewerben können, aber ich war einfach nicht reif dafür.

Was fehlt vielen Bewerbern noch, außer Reife?
Ich würde den Mädels auf jeden Fall empfehlen, sich nicht zu bewerben, solange sie sich noch kein dickes Fell zugelegt haben. Denn man kann nicht steuern, was die im Fernsehen von einem zeigen, vor allem muss man damit umgehen können. Ich hatte das Glück, dass ich relativ gut dargestellt wurde. Bis auf das, dass ich eine Quasselstrippe bin – was ich ja auch bin. Aber beispielsweise Lena, aus der letzten Staffel, wurde dargestellt, als hätte sie den IQ eines Apfels. Damit muss man umgehen können, aber wer kann das schon mit 16 Jahren?

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Neues aus dem Blauen Haus

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„Der Unterschied zwischen unserer Stadt und Joghurt ist, daß Joghurt eine aktive, lebendige Kultur hat.” (unbekannter Autor)

Damit man diesen Vergleich nicht irgendwann auf Böblingen beziehen kann, muss Bewegung, Kreativität und Inspiration die Kultur am Leben halten. Das kulturnetzwerk blaues haus versucht das seit vielen Jahren. In den gemütlichen Räumlichkeiten im Innenhof des Schönbuch Bräu-Geländes gibt es immer wieder verschiedene Kunstausstellungen, Vorträge und Lesungen, Filmvorführungen, Musiksessions und Konzerte. Der monatliche Höhepunkt: Der Auftritt von Jazzsängerin Theresa Burnette.

Für das neue Jahr hat man sich einiges vorgenommen im blauen haus, hat sich neue Ziele gesteckt und neue Projekte ins Leben gerufen. So werden zum Beispiel die Filmvorführungen (meist Filme mit Lokalbezug) ab März in Kooperation mit Andreas Zienteck, dem Leiter des Kino Bären, in die dortigen Kinosäle verlegt. Auch das Konzertangebot wird weiter ausgebaut, ermöglicht durch die neue Technik- und Lichtanlagen. Das nötige Kleingeld dazu kam übrigens von der Volksbank (sollten wir wenn möglich erwähnen :)).

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Besonders stolz, und das zu Recht, wie ich finde, ist man im blauen haus auf die Kunstaustellungen von jungen Nachwuchskünstlern. Aktuell lassen sich die Werke von Christiane Köhne bestaunen (siehe Foto ganz oben, mit Galerieleiter, Vorstand und Künstler Alfredo Pucci). Eine “Konstruktion aus Abstraktion und Präzision” nennt die Künstlerin aus Magstadt ihre Gemälde. Soweit ich das beurteilen kann hat sie dafür einiges an Talent am Start. Aber vielmehr geht es darum, jungen, noch unbekannten Künstlern eine Chance zu geben und eine Plattform zu bieten, um sich zu präsentieren.
“Das ist eine Chance für uns Nachwuchskünstler, wenn für solche Ausstellungen nicht immer nur die etablierten geschnappt werden”, sagt Christiane Köhne selbst. Recht hat sie und dickes Lob an dieser Stelle an das blaue Haus.

Morgen gibt’s übrigens eine Vernissage zur aktuellen Ausstellung von Christiane Köhne. Schaut vorbei, es lohnt sich. Weitere Infos und anstehende Termine findet ihr bei uns oder hier oder hier.

The EnRoute

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Roger Willemsen war vor kurzem in Sindelfingen am Golberg Gymnasium und erzählte von seinem neuen Buch, vom Reisen und vom Ende der Welt. Ja, tolle Sache. Man hört gerne zu und staunt über die Dinge, die in den anderen Ecken unserer Welt so anders, so wunderbar, so schrecklich und unverständlich sind. Man staunt kurz und dann schmeißt man das Alltagsrädchen wieder an. That‘s the way, für die meisten von uns.

Ein  Böblinger namens Artur Linkor hat sich vor einigen Wochen auf den Weg gemacht an die anderen Enden der Welt. Er hat sich vor einigen Monaten dazu entschieden, hat alles verkauft, was er hier besessen hat und hat schließlich seine Zelte in BB Town abgebrochen. Seitdem verfolge ich regelmäßig seinen Reise-Blog “The EnRoute“.

Bisher habe ich ihn als Musikerkollege und eine Hälfte von Nene & Toon hier around the corner kennen gelernt und nu isser weg! Wenn ich mir die Bilder und Videos auf seinem Blog, der mir übrigens sehr gut gefällt, weil er authentisch rüberkommt, anschaue, dann zolle ich dem Kerle einen Batzen Respekt, denn es dürfte nicht immer einfach sein sich in der “neuen” Welt durchzuschlagen. Momentan ist er in Australien “Down Under” unterwegs und wahrscheinlich weiß nicht mal er selbst, wohin ihn sein Weg führt. Aber wissen wir das denn überhaupt? Hier noch eines seiner Videos! Falls ihr Bock habt schneit rein auf seinem Blog “The EnRoute” und begleitet ihn auf der Reise!

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So Artur Linkor, ich wünsche auf diesem Wege alles Gute! Halt die Ohren steif und deine Segel im Wind Homie! Und falls du je die Möglichkeit hast diese Jungs hier live zu sehen. Just do it! Du wirst sie mögen, ich bin mir sicher! Fat Freddy‘s Drop. Ich liebe diese Band wahrlich. Ihren Sound, ihren Style und ihre Down Under-Ader.

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Schräg. Von Darth Vader und Überschwemmungen

Ich war gestern in Stuttgart bisschen feiern. In der guten, alten, stets überfüllten und dennoch lohnenswerten Schräglage. Ah, ihr seht schon: Schräg, Schräglage. Wortspiel und so. Ja, echt mies. Aber wenn wir schon von „mies“ sprechen, dann hier ein paar Anekdoten aus dem Stuttgarter Night-Life. Yeah.

Fangen wir mit der musikalischen Verköstigung an. Die Musikauswahl war insgesamt definitiv sehr lecker. Ordentlich Hip Hop aufgetischt, bisschen mit Elektro und Rock gewürzt. Sehr schmackhaft. Bis auf ein paar Haare in der Suppe, aber auch das ist ja Geschmacksache. Aber zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei und vor allem wenn die beiden Köche kochen, als ständen sie das erste Mal in der Küche. Katastrophe, sag ich euch. Katastrophe. Ich, selber noch nie Erfahrungen an den Plattentellern gesammelt, gestehe natürlich ein, dass dieses so genannte „scratchen“ und so bestimmt nicht ganz einfach ist. Aber hey, dann doch bitte erstmal im Keller bisschen üben, bevor man eine der coolsten Locations in Stuggi rocken will. Oder einfach bisschen bei den Profis spickeln:

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Ah und es ist übrigens immer noch nicht cool, wenn man zwei Mal pro Lied „Patipipööööl“ ins Mikro röhrt wie Darth Vader auf Speed. Was allerdings noch uncooler ist und die Jungs des „Famous Deck Team“ (Yo, fetter Name) definitiv in die Top3 meiner Hitliste der schlechtesten DJs katapultiert hat, ist Blasphemie. Und nichts anderes ist es, wenn die Darth Vaders bei „FK 10“ von Freundeskreis in die Mikros spucken „Nehmt eure Hände hoch, zeigt mir, dass ihr Hip Hop noch lebt“, während aus der Box „…dass ihr Rap noch liebt“ tönt. Fail.
Seh ich das vielleicht zu eng? Nein mann! Ich glaub ich spinn. Es war zum Haare raufen.

Allerdings war ich mit dieser Ansicht ziemlich allein. Traurig. Naja wenigstens beim Haare raufen hat sich dann noch noch jemand solidarisch gezeigt. MC B ist plötzlich aufgetaucht. Stuttgarts Hip Hop-Freestyle-Legende, nicht. Mit Mords-Frise, herrlich. Für mich wirklich eines der größten Rätsel in diesen schönen Kulturkreisen. Ich weiß einfach nicht was ich von ihm halten soll. Jedenfalls hat er am Samstag auch in der Schräglage gefeiert. Oder saß zumindest auf der Fensterbank und hat gespannt an den Boxen den Massiven Tönen und dem Freundeskreis gelauscht. Wollte er sich etwa inspirieren lassen? Ich glaube der führt was im Schilde. Ich bleib dran.
Falls euch MC B kein Begriff sein sollte, hier sein Meilenstein der Stuttgarter Hip Hop-Szene, nicht:

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Kommen wir noch zum letzten Schräger-Abend-Faktor. Die Crowd. Und die ist ja in der Schräglage bekanntlich bunt, gemischt und vor allem locker (Bei solchen Veranstaltungen, irgendwelchen Snowboardfilm-Premieren, sowieso). Dafür ist der Schuppen bekannt und dafür wird er geliebt. Umso verwunderlicher was sich für arrogante Voll-Honks in diese Gefilde verirren.
Steht doch in der Schlange zum Einlass tatsächlich einer hinter mir und verurteilt was im ins Sichtfeld läuft. Er, zugegeben, halbwegs cool gekleidet (im Vergleich zu seiner überschminkten Begleitung), schmettert einen Diss nach dem anderen raus. „Was sind das denn für Primitive, guck mal wie die schwitzen.“ „Oh Gott, die alle mit ihren bunten Jacken, finden die das cool?“ „Ohje schau diese Schuhe, die sind hundert pro aus der Altkleidersammlung.“ „Wie wär’s mal mit nem Tüsteher, der diese ganzen Hässlichen schon in der Schlange aussortiert.“ Eine Viertelstunde durfte ich mir diese Gelaber anhören, bevor wir dann reingelassen und in der hässlichen, schwitzenden, bunte Jacken und abgefuckte Schuhe tragenden Menge verschluckt wurden. Mister Ich-bin-was-besseres habe ich dann nur noch einmal gesehen. An der Bar sitzend, in der einen Hand ein Cocktail, die andere Schützend vor seine Begleitung haltend. Er tat mir leid.

Ebenfalls verirrt hatten sich zwei Jungs im Alter von, geschätzt, 18 Jahren. Die haben nicht nur den falschen Eingang erwischt (Breuninger ist gegenüber), sondern sie sind dummerweise auch noch auf die Tanzfläche geraten. Als sie bemerkten, dass statt Burberry und Marco Polo nur Burton und Proxy am Start waren, waren sie gewillt sich zu integrieren. Der oberste Knopf des gestreiften Hemdes wurde vorsichtig geöffnet und die Beine wurden bewegt. Also jeder eins. Dazu noch den Kopf in Tauben-Manier vor und zurück schieben (ihre Interpretation des modernen Kopfnickers) und schon sind die beiden fast nicht mehr aufgefallen.

Ach ja, was soll man sagen. So ist das leider manchmal in Stuggi City. Die Arroganz breitet sich langsam aber sicher aus. Nachdem sie die Theodor-Heuss-Straße (wenn man ein Auge zudrückt, Ausnahme des gallischen Dorfes „Tonstudio“) bereits überschwemmt hat, fließt sie nun unaufhaltsam in die letzten Ecken der lockeren Partyszene. „Prestige“ ist das neue „Spaß“. Schade.
Was soll’s, ich hab alles richtig gemacht. Hab mir die richtigen Leute geschnappt und trotzdem einen schönen Abend gehabt. Auch wenn es mir Darth Vader echt schwer gemacht hat.

PS: Ich bin MC B

PS2: Und ich bin MC B

PS3: Also ich bin MC B

Ehre wem Ehre gebührt

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Jetzt hätte ich es doch fast verpasst. Und viele von euch wahrscheinlich auch. Heute ist kein normaler Mittwoch. Und sogar die Championsleague rückt da in den Hintergrund. Heute ist offiziell Weltmännertag. So. 2001 von keinem geringeren als Michail Gorbatschow (ihr wisst schon, der von dem Vodka) eingeführt und seither jährlich zelebriert.
So sollten wir ihn auch dieses Jahr feiern. Und zwar nicht mit der Frau und Gesellschaftsspielen, sondern mit einem kalten Bier und in Gedenken an einen der größten seiner Zeit. Al “The Men” Bundy. Legendär natürlich seine zehn, oder waren es nur neun, Gebote für die Männerwelt.

In diesem Sinne, die linke Hand lässig in die Hose und mit der Rechten das Glas, halt nein, die Flasche (es heißt Männer-Tag) erheben. Auf uns!

Zu Besuch bei Hans Holczer

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Das PIG war zu Besuch bei einem der momentan bekanntesten Sportpersönlichkeiten aus dem Kreis. Hans Holczer aus Herrenberg stand uns zwei Stunden Rede und Antwort für ein Interview, das in der September-Ausgabe des PIG erscheint. Der ehemalige Gerolsteiner-Teamchef, der seit einigen Jahren eine der bedeutendsten Figuren im deutschen Radsport ist, wird im September wieder als Lehrer an seiner alten Schule in Böblingen (Friedrich-Schiller-Realschule) unterrichten. Es wird im viel Spaß machen, wieder als Lehrer zu arbeiten, sagte er, aber das Leuchten in den Augen und das Sprudeln der Worte war ungleich größer, als die Themen sich um den großen Radsport drehten, an dessen Rad er eine Dekade erfolgreich drehte. Der Radsport hat viel mitgemacht in den letzten Jahren und so war auch Hans Holczer - man könnte fast sagen - beim Aufstieg und Fall dieser Sportart dabei und zwar mittendrin. Und nicht nur wir hatten den Eindruck, sondern Herr Holczer bestätigte selbst, dass ein entsprechendes Angebot und Konzept ihn wieder in die Fänge des Radsports locken würde.

Es war auf jeden Fall ein sehr nettes und lockeres Gespräch, in dem er viele Anekdoten und Geschichten natürlich auch zu dem dominanten Thema Doping erzählt hat. Ja, erzählen kann er, das haben wir nicht nur in den zwei Stunden erlebt, in denen wir in Herrenberg vorbei schauten, schließlich hat er erst vor kurzem ein Buch zu seinem Leben mit, im und für den Radsport veröffentlicht:

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“Garantiert Positiv” heißt es und dürfte nicht nur fürt Radsportfans interessante Einblicke in das Leben des Hans Holczer und das Tour-Leben des Radsportzirkus gewähren.

Sommer bleibt bis Ende 2012

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Erst vor einigen Tagen habe ich Georg Sommer kennen gelernt, als wir mit ihm bei einem Termin zusammen saßen. Und ich muss sagen, dass der Geschäftsführer der CCBS ein sehr angenehmer Gesprächspartner und offen für neue Ideen und neue Spuren ist. Zudem habe ich eine gute Prise Humor über den Tisch huschen sehen.

Gestern kam dann eine Pressemitteilung herein geflattert, in der zu lesen war, dass Herr Sommer nun bis Ende 2012 auf diesem Posten bleibt. Dies bestätigte der Aufsichtsrat der CCBS.

Er möchte das Konstrukt CCBS kontinuierlich weiter entwickeln und wünscht sich eine gute nachbarschaftliche Beziehung zum Beispiel mit Leonberg, sowie eine insgesamt gemeinsam auftretende Kultur- und Eventregion: ”Die Bürger müssen von der Notwendigkeit unserer CCBS überzeugt sein, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Nicht wir stehen im Mittelpunkt, sondern die Besucher unserer Veranstaltungen, die Bürger, die Kunden, die Veranstaltungen in unseren Häusern buchen und die Organisationen unserer Städte.” Georg Sommer, der Quereinsteiger in diesem Thema ist, meint zudem: “Vielleicht ist dieser neue Blick, verbunden mit der Erkenntnis, man ist nicht deshalb der Chef, weil man alles am besten weiß, gerade richtig um Neues zu entwickeln und eingefahrene Gleise zu überdenken.“

Georg Sommer ist 58 Jahre alt, Familienvater und lebt in Sachsenheim. Er ist mit Familie und Freunden oft in seiner neuen Heimat, um auch die „familiäre“ Verbundenheit mit der Region zu zeigen. Sein Motto für die Zukunft lautet: Nicht Alles ist umsetzbar, aber Vieles ist möglich, wenn gemeinsam nach Lösungen gesucht wird und eine Win-Win-Situation entstehen kann.

Gebt uns ruhig die Schuld!

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Am Samstag war also das Heimspiel der Fantastischen Vier in Stuttgart, präsentiert von der Gastronie Grandl GmbH. Gut war’s, habe ich aus sicheren Quelle gehört, denn ich selber war nicht dort. Warum nicht? Weil mir sechzig Euro für ein unbestreitbar auf kommerziellen Schienen fahrendes Möchte-gern-Hip Hop-Festival ein bisschen zu viel sind. Offenbar nicht nur mir, denn wie heute in den Stuttgarter Nachrichten nachzulesen ist, waren gerade einmal 15 000 Besucher am Start. Letztes Jahr waren es 60 000. Schwach, könnte man jetzt sagen, aber was diesen 15 000 geboten wurde, war auch nicht stärker. Natürlich sind Ich+Ich nicht übel und Milow sogar von internationalem Format, aber doch irgendwie nicht das, was man erwartet, wenn die legendären Fantas zu einem (so hieß es doch offiziell, oder?) Hip Hop Festival einladen. Da stimmt doch etwas nicht und um so trauriger, oder sagen wir enttäuschender finde ich es, wenn ich nun heute lesen muss, wie die Zeitung Michi Beck zitiert: „Nächstes Jahr sind wir unter Garantie nicht dabei.“ Schade, denke ich im ersten Moment. Eine Sauerei, im zweiten. Denn irgendwie scheint nun doch diese Theorie bestätigt zu sein, die vor dem Konzert der ein oder andere Hip Hop-Head im Kopf hatte, keiner aber so richtig wahr haben wollte. Es ging eben doch nur um die Kohle.

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Doppelt soviel „Besucher wären nötig gewesen, um schwarze zahlen zu schreiben“. Und jetzt? Wollt ihr uns die Schuld geben? Dass wir für sechzig Euro lieber auf die Hip Hop Open gehen, selbst wenn sie nicht stattfinden, oder wir uns lieber vier mal euer Album kaufen? Das ist nämlich richtig gut, da wird das geboten, für was ihr steht. Geilen, poppig-rockigen Hip Hop mit genialen Texten und viel Fantasie.
Wollt ihr dem Wetter die Schuld geben? Ja gut, die vier, fünf Tropfen haben vielleicht vier oder fünf Fans davon abgehalten diesen Tag mit euch zu feiern. Mehr aber auch nicht. Denn ein geiles Hip Hop-Konzert lässt sich keiner aus dieser Subkultur (wie sie in den Stuttgarter Nachrichten betitelt wird) entgehen. Wenn denn auch was geboten ist. Und Milow zählt in diesem Fall nicht.
Also machen wir es wie in eurem Song. Wir geben euch die Schuld. Wer 2009 zum zwanzigjährigen Geburtstag so ein geiles Konzert gibt, dann den Fans die Hoffnung macht, so etwas zu wiederholen, die “Szene” in Stuggi wieder aufleben zu lassen, Back to the Roots - was auch immer - und ein echtes Hip Hop-Fest auf die Beine zu stellen, den Fans dann aber ein zusammengeschustertes “Chartstürmer-Nicht-Hip Hop-Line Up” vor die Nase setzt, sollte sich nicht wundern, wenn die echten Fans zu Hause bleiben. „Gebt uns ruhig die Schuld, den Rest könnt ihr behalten.“ Was wir behalten? Ein bisschen Enttäuschung, ein geiles neues Album (vier mal in unserem Schrank), die Erinnerung an ein geiles Heimspiel 2009 und an einundzwanzig Jahre geile Musik. Naja, so sind die Zeiten im Business. Da muss man nehmen, was man bekommt, also, was woll’n wir noch mehr.

#15 Weit weg: relax vs. collapse

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„In der Ruhe liegt die Kraft.“ Weise Worte. Wer hat’s gesagt? Keine Ahnung, aber mir hat es mein Vater stets eingetrichtert. „Cowboy, einfach immer alles ruhig angehen, dann klappt alles“, hat er immer gesagt. Sagt er auch heute noch und grinst wahrscheinlich gerade, bis ihm die Lippen aufplatzen. Er hat ja Recht und es hat mir auch oft geholfen. Aber er weiß auch, dass es einige wenige Situationen gibt, wo du dir lieber denkst, „ah, lass mal den Quatsch mit der Ruhe, jetzt aber schnell, sonst gut’ Nacht um sechs.“ Nun sollte eigentlich allseits bekannt sein, dass die Argentinier Zeitgenossen sind, die das mit der Ruhe ganz schön genau nehmen – Eigentlich das Einzige, das sie genau nehmen. Hier läuft alles in Ruhe ab, ohne Stress, ohne Hektik, nicht mal mit dem geringsten Ansatz von Eile. Da kann kommen was will. Und so cool ich diese Eigenschaft grundsätzlich auch finde, so ist es mir in den vergangenen Tagen doch zwei Mal etwas zu ruhig zugegangen. Denn dieses Bewusstsein, dass es Situationen gibt, in denen schnell gehandelt werden sollte, scheint hier nicht zu existieren.

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#3 WM-Talk: Fragezeichen & Maradona Special

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Morgen geht der Spaß los. Das große Fest, die großen Emotionen. Irgendwie freut sich jeder darauf, selbst der eigentliche Fußballnerd jubelt heimlich ein bisschen und zockt nach unendlichen WOW-Sessions jetzt zwischendurch mal FIFA2010. So ‘ne WM ist halt besonderes, die besten Mannschaften messen sich, doch am Schluss hat halt doch nur ein Team die Nase vorne. Wer? Man weiß es nicht. Man munkelt nur die Favoriten seien die Spanier, vielleicht die Holländer oder Engländer oder eben doch wie immer die Samba-Kicker aus Brasilien, die inzwischen allerdings nur noch Fußball ohne Samba spielen. Der ein oder andere schaut aber auch gespannt nach Argentinien. Und das nicht etwa weil ich dort grade das PIG-Spesenkonto maßlos überziehe, sondern weil die argentinische Selección auch einiges zu bieten hat. Klar Messi und den vielleicht stärksten Sturm dieser WM. Aber eben auch einen der besten Spieler, für viele der beste Spieler, aller Zeiten, der es sich hier auf dem Trainersessel bequem gemacht hat. Der wurde zwar von den Medien ordentlich angesägt, aber noch steht er. Und es stellt sich die Frage, was hat Maradona aus diesem Haufen Individualkünstler gebastelt? Ein Team, das fähig die restliche Welt aus dem Turnier zu stoßen? Gut möglich.
Ich habe mich für den WM-Talk ein bisschen hier unten umgehört und ein kleines Fragezeichen-Special gestartet, um mal ein Stimmungsbild einzufangen, was denn die Argentinier selber von ihrem Team um Superstar Messi halten. Und von Maradona. Spannende Antworten habe ich bekommen. Seht selbst:

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#9 Weit weg: “Schon was aufregendes erlebt?”

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Ich bin es schon wieder. Sorry, dass ich hier schon wieder meinen Senf abgebe, aber es muss sein: Vor zwei Tagen fragt mich der Derik (der mit den fetten Mixtapes hier auf der Homepage) im Chat „Hey, alles klar? Und, schon was aufregendes erlebt?“ An jedem anderen Tag hätte ich meine Standard-Antwort abgespielt: „Hey Mann, hier ist jeder Tag ein Erlebnis, alles perfekt, ich bin glücklich.“ Gestern gab es dann aber doch was „aufregendes“ zu berichten. Denn ich schätze bewaffneter Raubüberfall fällt unter diese Sparte.

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Noch eine Plattenrezension ohne Platte

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Blumentopf, meine persönliche Lieblingsdeutschhiphopband, bringt am 4. Juni ihre neue Platte raus: “Wir”. Ich werde “Wir” wie alle anderen Blumentopfplatten sofort kaufen, denn das Snippet (höre unten, siehe und höre oben) hört sich really gut an, wie immer bei den Münchner Jungs. Ach so hier noch ‘n Link zum Video der ersten Single: “Wir”. Jaaaaa, es sind im Hip Hop nicht nur die engen Hosen und schwarzen Lederjacken wieder zurück, nein auch der Rock und Run-DMC sind bäck. Oder waren sie nie wäck? Listen Up!


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