
Zunächst möchte ich hier meine Diebeshände in Schutz nehmen, weil sie wie ferngesteuert dieses Foto geklaut haben. Für mich ein Killer-Bild (von unserem Ex-Prakti Marc, der gerade regelmäßig aus Argentinien die “Weit weg”-Serie hier in unserem Blog schreibt). Deshalb hoffe ich auch, dass der Kerle mir diesen Griff verzeiht.
Tja, was soll ich euch noch erzählen, über das Spiel von Samstag, über das wohl schon von jedem, alles über jeden erzählt, analysiert und hochgejubelt wurde. Ich will trotzdem noch einen drauf packen mit einer kurzen persönlichen scherzfreien Analyse.
Das war wirklich Fußballgeschichte, was die Jungs da geschrieben haben am Samstag. Seit ich WMs und EMs schaue (1980) habe ich solch eine Demonstration einer deutschen Mannschaft noch nicht gesehen. Gegen einen WM-Favoriten im Viertelfinale. Der absolute Wahnsinn, der fast nicht zu toppen ist. Das ist nicht mehr das Deutschland, das man bisher gekannt hat, das ist nicht mehr Brechstange oder Brechstangenreste, das ist “höggschste” Qualität in allen Bereichen. Da gibt es keine Schwarzenbecks, Briegels oder Reuters mehr. Die Leichtathleten sind raus. Stattdessen gibt es Tänzer und Schachspieler, die sich gut ergänzen. Und draußen sitzt ein Jogi Löw über dessen Vornamen sich vielleicht manche lustig machen (gell Marlon?), aber er hat genau das durchgezogen, was einzig und allein Sinn gemacht hat. Nämlich, diese junge, erfolgreiche neue Generation, die es nicht alle Jahre wieder schön eingepackt zu Weihnachten gibt und diese neue anti-deutsche Art Fußball zu spielen. Nun, man darf gespannt sein, wie der deutsche Kindergarten sich gegen Spanien schlägt, deren Spielstil der letzten Jahre sicher als Anschaungsunterricht gedient hat. Meinen größten Respekt jedenfalls an diese deutsche Multi-Kulti-Truppe, die hoffentlich als Gegenbeispiel zu den Franzosen, der jungen deutschen Generation in jeglicher Hinsicht als Vorbild dient.
Und Diego, was soll ich sagen, er hat halt Veron draußen gelassen, hat Milito nicht gebracht und dann ging‘s ruck zuck und es war plötzlich zu spät. Aber ganz ehrlich, ich glaube, er hätte an diesem Tag schon zwei Maradonas in Höchstform einwechseln müssen, um das Spiel noch zu drehen. Schade, ich hätte mir ein Finale gegen Diego gewünscht. Wer weiß, ob er nochmal bei einer WM dabei sein wird, denn nach solchen Enttäuschungen ist die Rückfallquote ins Millieu ziemlich hoch. Keep your head up, Diego, wenn unser Prakti, dir mit dem Bild auch noch eine reingedrückt hat!
P.S. Ach so, fast vergessen. Mein persönlicher Freund Heinze, hat es am Ende mit seinem Fast-Ellbogencheck um ein Haar noch geschafft, wieder eine “Schlägerei” anzuzetteln und den kompletten Ruf Argentiniens zu zerstören.