Tag: Politik

Fight the Power! Zeitungsredakteure streiken – auch bei der Kreiszeitung

Unsere Kollegen von der Kreiszeitung Böblinger Bote streiken – mit vielen anderen bundesweit. Und dies schon länger. Wie immer geht es um Kohle, Arbeitsbedingungen, etc. Heute hat uns neben einer Pressemitteilung per Mail auch eine Kreiszeitung Böblinger “Streik”Bote erreicht. Ein vierseitiges Infoblatt zu Hintergründen des Streiks und mehr. Meine alte SZBZ-Kollegin Julia Rapp (inzwischen bei den Stuttgarter Nachrichten unter anderem “VfB-Expertin”) wirksam auf einem Streikbild und Joe Bauer schreibt über die Spielregeln der Demokratie. Ja, Leute, Arbeitskampf muss sein. Fight the Power! würde Chuck D sagen. Viel Glück!

Hier die Pressemitteilung per Mail im Original:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht haben Sie in den vergangenen Wochen registriert, dass wir, die Redakteurinnen und Redakteure der KREISZEITUNG, nicht wie gewohnt bei Presseterminen, Gremiensitzungen oder als Autoren im Blatt vertreten waren. Der Grund: Seit Anfang Mai befinden sich die Mitglieder von Zeitungsredaktionen in der wohl härtesten Tarifauseinandersetzung, die es jemals mit den Verlegern gegeben hat.
Obwohl es eigentlich unser Auftrag ist, dürfen wir in eigener Sache leider nicht die Öffentlichkeit über diesen Konflikt informieren. Und da wir auch immer wieder feststellen, dass die Bürgerinnen und Bürger wenig über diese Auseinandersetzung wissen, wollen wir uns heute - am dritten Streiktag in dieser Woche - an Sie als Multiplikator im Landkreis Böblingen wenden.

Worum geht es?
Es geht uns Redakteuren nicht darum, eine maßlose Gehaltsforderung zu erkämpfen, sondern den Berufsstand des Redakteurs und somit in letzter Konsequenz die Existenz einer freien und unabhängigen Presse zu sichern. Wir sind der Meinung, dass die Verleger in dieser Tarifauseinandersetzung den Versuch unternehmen, diese Fundamente abzugraben und damit eine Säule dieser Gesellschaft zu schwächen.

Warum?
Die Verleger fordern nach der Kündigung der Tarifverträge vor einem Jahr und dem seither tariflosen Zustand nun von den Redakteuren eine Gehaltseinbuße von fünf Prozent, obwohl ihre eigenen Blätter regelmäßig über einen der größten Wirtschaftsaufschwünge der Bundesrepublik berichten. Während in anderen Branchen darüber verhandelt wird, wie viel Lohn es mehr geben soll, sehen wir uns mit der Forderung eines Minusabschlusses konfrontiert. Hinzu kommen noch Forderungen nach längerer Arbeitszeit und weniger Urlaub. Das ist in der Geschichte der Tarifauseinandersetzungen in Deutschland ein wohl einmaliger Vorgang, den wir nicht akzeptieren werden.
Noch viel wütender macht uns aber die Absicht der Arbeitgeber, Berufsneueinsteigern in Zukunft rund 25 Prozent weniger zu bezahlen. Damit wird dieser Beruf zum Auslaufmodell. Redakteur wird dann wohl nur noch, wer sonst keinen Job bekommt. Qualifizierte Mitarbeiter, die sich auf dem manchmal schmalen Grat zwischen öffentlichem Auftrag, privaten Interessen und dem Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitmenschen bewegen, wird es dann nicht mehr geben, statt Tageszeitungen stecken dann vielleicht nur noch Anzeigenblätter in den Briefkästen.

Auch wir wollen natürlich die Situation der Verleger nicht verkennen. Auflagenrückgänge, Anzeigeneinbußen und die Konkurrenz der elektronischen Medien haben das Geschäft in den vergangenen Jahren nicht einfacher gemacht. Wer aber deshalb von seinen Mitarbeitern Gehaltseinbußen verlangt, der muss auch eingestehen, dass er auf hohem Niveau klagt. Denn in der Zeitungsbranche wurden die Vertriebsergebnisse in den vergangenen Jahren ständig gesteigert, Renditen über zehn Prozent sind zur Gewohnheit geworden. Umso unverständlicher ist es, dass die Gehaltszuwächse in den Redaktionen seit langem unter der Inflationsrate liegen, gleichzeitig die Arbeit aber ständig verdichtet wird.

Seien Sie sicher, wir fühlen uns in der Rolle der Dauerstreiker alles andere als wohl. Als Redakteure sind wir es gewohnt, wenn es sein muss rund um die Uhr zur Stelle zu sein. Nicht zu arbeiten und das tägliche Leben an uns vorübergehen zu lassen, ist nicht unsere Sache. Dennoch: Auch wir fordern gutes Geld für gute Arbeit.

Heute (Mittwoch) laufen in Berlin erneut Verhandlungen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Schreiben unsere Lage verdeutlicht und unsere zeitweise Abwesenheit erklärt zu haben und hoffen, dass Sie Verständnis dafür aufbringen.

Besten Dank und viele Grüße,

die Redakteurinnen und Redakteure der KREISZEITUNG Böblinger Bote

The Revolution will (not) be televised

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Gil Scott-Heron ist am Freitag gestorben. Ich möchte nicht ausholen und kurz zusammenfassen. Doch wenn man sich wie ich als eingewanderte Rucksack-Kartoffel seit fast 20 Jahren etwas ausführlicher mit der Hip Hop-Kultur auseinandersetzt als fette Beats, Yo’s und dicke Titten zu feiern und fragt woher dieser Musikstil kommt, wer ihn geprägt hat und wo die Wurzeln und die Geschichte liegen, dann stieß man automatisch auf diesen Typen, der seit den 60ern beeinflusst und inspiriert hat, dessen Stimme immer krasser wurde (Koks macht‘s möglich, übrigens auch seine letzten Knastaufenthalte) und der letztes Jahr nochmals eine unglaubliche Spoken Word-Platte rausbrachte. Vielen Dank Mr. Heron für die Inspiration. Ruhe in Frieden!

Die Doku oben sagt übrigens einiges, die Worte und die Props über ihn von den verschiedenen Musikern und anderen Leuten noch mehr und am meisten wohl die Musik und die Lyrics von ihm selbst.

“The Revolution will not be televised” war wohl einer seiner bekanntesten Titel (hier ein Teil des Originalsongs! Passt wohl wie die Faust aufs Auge momentan!)

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Smoove & Turrell haben ihn der Zeit angepasst haben und das “not” gestrichen – ziemlich fett gemacht übrigens wie ich finde (der Song, Video habe ich kein besseres gefunden)!

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Alle gegen Donald Pt.2

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Gestern wurden hier an dieser Stelle Barack Obamas Stand Up-Comedy-Skills gepriesen. Völlig zu Recht, wie ich finde. Offensichtlich war das aber nur eine kleine Episode, quasi nur ein Sketch aus einer ganzen Folge “Hau den Donald Trump”. Neben dem Präsidenten hatte nämlich auch Seth Meyers, in den Staaten definitiv ein Marke in Sachen Comedy, eine kleine Rolle. Ebenfalls auf Kosten des Baugiganten, aber sehr zur Freude Obamas (der lacht sich teilweise fast ‘nen Ast). Zwar hat Mr. Meyers nicht ganz so viel Stil wie Mr. President, aber dennoch die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

The Obama Stand Up Comedy Show

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Bitte schaut‘s euch an, und wenn ihr etwas Englisch könnt, dann ist diese personalisierte Comedy-Show von Obama unter anderem in Richtung Donald Trump der Oberhass. Ich hab‘ mich echt weggeschmissen.

Podiumsdiskussion zur Landtagswahl

Am 27. März ist Landtagswahl und im Casa Nostra gibt es dazu heute Abend ab 19 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema Bildung. Auf dem Podium sitzen die lokalen Kandidaten Florian Wahl (SPD), Paul Nemeth (CDU), Roger Hahn (Grüne), Jan Rittaler (FDP) und Stefan Dreher (Die Linke). Moderieren wird Otto Kühnle von der Kreiszeitung. Der Eintritt ist übrigens frei.

Weitere Verlängerung für Club Forum

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Der Club Forum darf laut Pressemitteilung der Stadt Böblingen noch ein weiteres Jahr bis 15. Januar 2012 in den alten Räumlichkeiten im Paul-Gerhardt-Weg bleiben.

Dort soll eigentlich ein Hortangebot für Kinder unter drei Jahren entstehen. Deshalb hat die Stadt das Grundstück auch von der Evangelischen Kirche dieses Jahr im März erworben. Der aktuelle Planungsstand gibt dem Forum aber noch Luft zum Atmen und ein weiteres Jahr um dort seine Jugendarbeit fortzusetzen. Das ist bereits die zweite Verlängerung für das Forum.

Sei wachsam

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Mein alter Weggefährte Dani hat das Ding auf Facebook gelegt (thanx!). Auf jeden Fall Gänsehaut (nicht nur wenn man Kinder hat), würde ich sagen! Mich hat es außerdem auf einen Musiker aufmerksam gemacht, den ich bisher zu wenig wahrgenommen habe. Leute nehmt euch die acht Minuten, lehnt euch zurück, hört dem Reinhard zu, denn er ist ein kluger Mann, ein Poet und feiner Liedermacher. Einen schönen Tag noch, nutzt ihn!

S21 Livebilder

s21

Die S21-Thematik spitzt sich immer mehr zu, dehnt sich aus von regional zu national, ist in den Gazetten und Magazinen präsenter denn je und auch im Fernsehen wird getalkt, dass es kracht. Hier gibt es auf jeden Fall jederzeit Livebilder vom Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Dort wurde vor knapp einer Woche der Abriss begonnen. Die Seite gibt auch einen ganz guten kritischen Überblick zu diesem Thema.

“The Final Fax” auf Arte / Kevin Que singt

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The Final Fax ist die Verfilmung über die natürlich höchst satirisch angehauchten Bestechungsversuche von Titanic-Chefredakteuer Martin Sonneborn bei der Vergabe der Fußball-WM 2006, basierend auf einer wahren Geschichte. Heute Abend um 0.30 Uhr läuft der Film auf ARTE und der Sindelfinger Kevin Que liefert den Gesang zur Filmmusik. Was bei den Bestechungsversuchen rausgekommen lest ihr hier in einer kurzen Filmbeschreibung:

The Final Fax
(Deutschland, 2010, 20min.) SWR
Regie: Nico Raschick
Kamera: Jan Bormann
Musik: Karol Obara
Gesang: Kevin Que

Darsteller: Klaus Gehrke (Sepp Blatter), Klaus Schindler (Schäfer), Maik van Epple (Olav Westphalen), Tomas Sinclair Spencer (britischer Journalist)
Autor: Jochen Franken
Produzent: Birke Birkner

“The Final Fax” erzählt nach einer wahren Begebenheit, wie das Satiremagazin “Titanic” dank einer Kuckucksuhr und wirklich guter Würste die Fußball-WM 2006 nach Deutschland brachte.

Ganz Deutschland fiebert der Entscheidung über das Austragungsland der Fußball-WM 2006 entgegen. Der “Kaiser” Franz Beckenbauer - Lichtgestalt des deutschen Fußballs - fungiert als Botschafter seines Heimatlandes. Mit Engagement im Wert von zehn Millionen DM hatte er im Vorfeld voller Hingabe versucht, die Sympathie der FIFA-Funktionäre zu gewinnen.
Etwas billiger fällt die eigentliche Bewerbungsrede vor dem Komitee aus, bei der der “Kaiser” wenig überzeugend über die Vorzüge Deutschlands schwadroniert, während ein paar verlorene Promis im Hintergrund lächelnd Däumchen drücken. “Titanic”-Chefredakteur Martin Sonneborn verfolgt im Fernsehen die Bewerbung und ist herzlich entgeistert. Er sieht die letzte gute Hoffnung und die WM 2006 endgültig in Südafrika untergehen.
Der eingefleischte Fußballfan versucht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, das Ruder doch noch herumzureißen. Ganz nach guter alter Satiremanier schickt Sonneborn sieben ebenso schmackhafte wie freche Bestechungsfaxe an ausgewählte Entscheidungsträger. Das verlockende Angebot: ein Fresskorb, inklusive original deutscher Kuckucksuhr.

Das Bestechungsfax, das bei der Abstimmung über den Austragungsort der Fußball-WM 2006 zur Enthaltung des neuseeländischen FIFA-Vertreters Charles Dempsey führte, enthielt folgendes Bestechungsangebot: “A fine basket with specialities from the Black Forest, including some really good sausages and - hold on to your seat - a wonderful KuKuClock”.
Charles Dempsey erklärte allerdings, dass ihn weniger dieses höchst verlockende Angebot zur Enthaltung bewogen hatte, sondern dass ihm der ständige Druck von allen Seiten am Ende zu viel geworden war: “This final fax broke my neck”, kommentierte er.

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Zur Person von Martin Sonneborn noch ein kleiner Video-Eindruck. Sehr cooler Auftritt bei der NDR-Talkshow.

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Kanakenintegration mal anders

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Haben mir meine Büro-WG-Kollegaz Jan & Pacey vor kurzem gezeigt. Und irgendwie erinnert der Kerle mich von der Stimme zu ungefähr 99,9 Prozent an den Kollegen Dendemann. Zum Beispiel …

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Klatsche für deutschen Gesetzgeber - Vorratsdatenspeicherung unzulässig

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Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat heute das aktuelle Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung (bisher wurden alle Telefon- und Internetverbindungen für sechs Monate gespeichert) für verfassungswidrig und somit nichtig erklärt. Es ist nicht mit dem Telekommunikationsgeheimnis vereinbar. Die aktuell gespeicherten Telefon- und Internet-Daten müssen also umgehend gelöscht werden. Hier könnt ihr die Presseerklärung komplett nachlesen.

Wie eine Speicherung gesetzeskonform aussehen kann muss jetzt neu angegangen werden. Grünen-Chefin Claudia Roth sprach laut ZDF (hier mehr zum Thema) von einer “richtigen Klatsche” für den Gesetzgeber.

OB-Wahlkampf: Söhner tritt ab und empfiehlt Paust, spricht es aber nicht aus

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Wo mache ich mein Kreuz? Das ist nach der Pressekonferenz vorhin von Johannes Söhner die Frage für alle Söhner-Wähler und für alle, die beim ersten Wahlgang nicht wählen waren. Doch bevor ich kurz weiter ausführe, will ich nochmal darauf hinweisen, dass verdammt nochmal alle Böblinger ihr Stimmrecht nutzen und sich am 21. Februar doch bitte 10 Minuten zur Urne bewegen sollen. Danke!

Also, gerade komme ich von der Pressekonferenz von Johannes Söhner im Alten Amtsgericht, dessen 17% im 2. Wahlgang Zünglein an der Waage sein könnten. Neben sonstigem verbalem Pulverschnee, der von Anhängern und Anwesenden im Saale verkündet wurde, hat Johannes Söhner verkündet, dass er nicht am 2. Wahlgang teilnimmt, da er keine Chance sieht zu gewinnen. Des weiteren wollte er aus seinem Munde keine direkte Wahlempfehlung geben. Im gleichen Atemzug betonte er aber, dass man doch den Kandidaten unterstützen solle, der die Böblinger Bürger beteiligt.

Im Saale meldeten sich dann einige Leute zu Wort und es kam raus, dass alle Söhner-Unterstützer und Förderer in Gesprächen einsimmig für Paust votierten, Johannes Söhner wollte dies aber nicht offiziell als Person aussprechen, schmunzelte aber oft. Nachdem ich dann konkret nachfragte, ob dies denn eine indirekte Wahlempfehlung wäre, denn so hört es sich an, wussten dann alle Bescheid, dass es eine ist.

Interessant außerdem, dass Söhner, wie er berichtete, auf keinen Kandidaten zugegangen ist, um Gespräche oder Verhandlungen zu führen. Paust aber, im Gegensatz zu Lützner, auf Söhner zugegangen sei und das Gespräche gesucht hat. Paust, der auch im Saal war und einige Worte sprach, zeigte sich bei Nachfrage recht überrascht, dass Lützner nicht das Gespräch mit Söhner suchte. “Denn schließlich fehlen ihm noch ein paar Prozentpunkte zur absoluten Mehrheit.”

Nun, man darf sehr gespannt sein, wie sich das Gaze entwickelt, wie die Söhner-Wähler diese Info mitbekommen und inwieweit sie den Schritt in Richtung Paust gehen.

OB-Wahlkampf: Johannes Söhner Zünglein an der Waage

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Tja, wer hätte das gedacht. Es gibt einen 2. Wahlgang. Nein Spaß, in Wirklichkeit wäre es schon eine große Überraschung gewesen, wenn einer der Kandidaten über 50% der Stimmen erreicht hätte. Auch eine Überraschung, dass Johannes Söhner fast 17% erreicht hat und nun das Zünglein an der Waage sein könnte. Ich behaupte ja, wenn er dieses Bild für seine Plakate genommen hätte und einen Tick langsamer sprechen würde, hätte er 10% mehr stimmen bekommen. Viele vermuten nun, dass er eine Wahlempfehlung für Paust abgeben wird und so das Rennen nochmal richtig spannend machen könnte. Söhner selbst will aber mit Paust und Lützner sprechen und verhandeln. Er will eine eventuelle Wahlempfehlung an bestimmte inhaltliche Bedingungen knüpfen. Auch eine weitere Kandidatur schließt er nicht aus. Morgen endet die Bewerbungsfrist der Kandidaten für den 2. Wahlgang, bis dahin muss sich auch Söhner entschieden haben. Wir werden euch auf dem laufenden halten.

P.S. An alle Leute, die nicht bei der Wahl waren (etwa 20 000 !!!!!!!!!!!!), warum auch immer. Schwache Leistung!

Ergebnis der OB-Wahl in Böblingen: Vorläufig kein neuer OB!

Im ersten Wahlgang hat heute kein OB-Kandidat die absolute Mehrheit erreicht. Das heißt, am 21. Februar stehen Neuwahlen an. Die Wahlbeteiligung betrug 40,78%. Folgende Zahlen stellen das Ergebnis dar:

Wolfgang Lützner 46,12%

Dr. Andreas Paust 35,53%

Johannes Söhner 16,91%

Mahmoud Schlather 1,32%

Sonstige 0,11%

Mehr Infos morgen hier an dieser Stelle!

OB-Wahlkampf: Nachtrag zum Kandidatenauftritt in Dagersheim

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Hier ein Video vom OB-Kandidatenauftritt in Dagersheim. Wer‘s sichs anschauen will, hier bitte. Produziert von einem neuen “On Demand” Internet-Video-Kanal namens BBOD.tv. Was und wer da genau dahintersteckt hab ich noch nicht genau herausgefunden. Gibt aber ‘ne Facebook-Seite. Bisher nur ein Beitrag, wahrscheinlich gerade in der Startphase.

OB-Wahlkampf: Der Countdown läuft

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Es ist gerade wirklich kalt in Böblingen, so auch gestern, als die Kongresshalle, wie sonst eher nicht so oft im Jahr, Schauplatz Nr. 1 war. Die Böblinger Kreiszeitung (KRZ) lud gestern Abend ein. In der Kongresshalle wollte den OB-Kandidaten nochmals richtig auf den Zahn gefühlt werden. Dort also, wo sie vor einer Woche schon einmal saßen, 20 Minuten reden durften und danach Zuschauerfragen beantworten durften. Nun, eigentlich hatte ich einen Block mitgenommen, um mir Notizen zu machen und die News dann hier zu posten. Doch leider gab es keine so richtigen News, denn inhaltlich unterscheiden sich die Favoriten Paust und Lützner zwar im Detail, aber bei den größeren Fragen nicht im Wesentlichen. Johannes Söhner schlägt sich als unerwarteter Lokalmatador wirklich ordentlich und Schlather betont immer seinen guten Willen. That’s it!

Im Endeffekt hat man allen Kandidaten angemerkt, dass sie etwas müde wirkten und es fast schon leid sind, immer wieder die Zuschauer und die Interessensgruppen mit zufrieden stellenden Antworten zu befriedigen. Dürfen sie ja aber leider nicht so richtig zugeben, gehört eben dazu, Männer. Ja, scheint richtig anstrenegend so ‘n Wahlkampf. Wolfgang Lützner meinte anschließend, dass er am Samstag Abend mit seiner Partnerin einfach tanzen gehen will (wenn ich’s richtig verstanden habe). Schön, tanzen soll glücklich machen, habe ich gehört. Und auch Paust, mit dem ich kurz sprach, bestätigte, dass es manchmal schon zäh sei, den Leierkasten auszupacken. Aber es springt ja auch der OB-Sessel als Belohnung raus. Übrigens es gab ein Zitat (des Abends) von einem Herrn, der auch Fragen stellen durfte. Ich habe leider seinen Namen vergessen: “Derjenige, der den OB-Sessel gewinnt, ….” Wusste ich bisher nicht, dass man den OB-Sessel gewinnen kann, aber man lernt nie aus. Am Sonntag wird auf jeden Fall so richtig gewählt und es würde mich wundern, wenn es im ersten Wahlgang entschieden wird.

Zur Atmosphäre: Es war etwas weniger los als vor einer Woche, vielleicht knapp 1000 Leute, und nach etwa eineinhalb Stunden leerte sich der Saal bis zur Hälfte. Schuld war, denke ich, folgendes: es war einfach langatmig, nicht knackig und interessant genug. Obwohl Moderator und KRZ-Chefredakteur Otto Kühnle eigentlich einen guten Entertainer-Part abgab. Zwischendurch wurde dann zur Aufheiterung sogar so etwas wie Bilderraten oder Dalli-Klick in BB gespielt. War ganz O.K. und Söhner klar im Vorteil. Ansonsten hat sich halt der Saal geleert. Und alle waren, glaube ich, froh als es vorbei war und die musikalischen Kandidaten dann spontan aufgefordert wurden, doch kurz zu jammen. Aber trotz dem relativ unspektakulären Kandidaten-Check habe ich einiges gelernt, am Rande des gestrigen Promo-Abend der KRZ:

  • die meisten jungen Menschen interessiert so eine Veranstaltung einen Scheiß. Die recherchieren im Netz, schauen Bilder, posten selbst und kommentieren Blogs.
  • drei der vier OB-Kandidaten können tatsächlich ein Instrument spielen. Die Aftershow-Band gestern Abend also: Lützner (Drums), Paust (Gitarre), Söhner (Trompete). Nur Schlather glänzte mit Zurückhaltung, obwohl ich mir ein paar Freestyle-Raps hätte gut vorstellen können - gerne auch auf arabisch. Ich bin mir sicher, wenn er die Wahl gewinnt, rappt er acapella ein ganzes Wochenende solo am Böblinger Marktplatz.
  • selbst ein lokaler OB-Wahlkampf ist kein Ponyhof, sondern ein Gedulds- und manchmal auch Mi(e)nenspiel. Jaaaa, das kleine Wortspiel hier ist mir gerade in letzter Sekunde eingefallen und trotzdem irgendwie fett.
  • es ist als Journalist grundsätzlich schlecht, wenn du ein Bild machen willst und dein Akku ist leer (Und ich hab’ mich einfach nicht getraut einen Zeitungsfotografen zu fragen, ob er mir einen seiner Knipser - natürlich undercover - für 2000 Euro verkauft).
  • Doch mach das Beste draus. Wenn du also ein Bild für deinen Blog-Post oder sowas ähnliches brauchst, dann check dein Archiv und stelle eine Pseudobezug her. Oder du malst dir eins - ist noch besser.
  • die KRZ soll die “beliebteste Zeitung im Kreis” sein. So stand’s zumindest an den Rednerpulten. Glauben wir’s mal.
  • der Verleger der KRZ darf sich erlauben, über den Gemeinderat und die umgebaute Brumme-Allee zu lästern. Also brauchen wir uns hier keine Sorgen machen, jemanden auf die Füße zu treten.

OB-Wahlkampf: Es wird unruhig und eng

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Da saßen sie also gestern Abend, die vier OB-Kandidaten für Böblingen. Die große Vorstellungs- und Fragerunde stand auf dem Programm und etwa 1200 Leute waren gekommen, um den Worten ihres potenziellen OBs zu lauschen. Herr Vogelgsang spielte den Moderator und kam an diesem Abend total entspannt und witzig rüber. Kein Scherz. Wahrscheinlich hatte er diese Ruhe, die man nun einmal hat, wenn man die “jungen Hüpfer” neben sich sitzen hat, die alle auf seinen Sessel wollen und wenn man weiß, dass alles was im Wahlkampf oft rosa gemalt wird, in der Praxis eine ganz andere Farbe hat.

Doch kommen wir zum Thema. 20 Minuten Redezeit gab es für alle Kandidaten, während dieser mussten die anderen Kandidaten den Saal verlassen. Ich könnte jetzt anfangen von jedem der Kandidaten die einzelnen Programmpunkte  runterzuleiern, aber alle Kandidaten haben sehr viele ähnliche Punkte

  • die Wirtschaft, die Unternehmen und somit die Arbeitsplatzsituiation stärken
  • die Kinder und Jugendlichen fördern, darin natürlich enthalten Kita-, Kiga- und Schulkonzepte
  • die Einkaufssituation verbessern
  • die Verkehrssituation, Parkplätze und Radwege verbessern
  • Kultur fördern

Deshalb will ich meinen Eindruck von gestern Abend und ein paar Besonderheiten rausstellen.

Wolfgang Lützner durfte beginnen. Nachdem er den Status Quo Böblingens ziemlich umschmeichelte, erläuterte er den Zuhörern souverän und abgeklärt seine Vision “Böblingen 2018″. Bei der einen oder anderen Bemerkung kam zwar Gelächter auf (” es gibt attraktive Geschäfte in der Innenstadt”), aber Lützner betonte, dass man eben eine Vision haben muss, sonst wird es schwierig. “Die Leute sollen 2018 sagen: Der Lützner hat Böblingen vorangebracht.” Im Detail und in Abgrenzung zu den anderen Kandidaten möchte er eine “technikfreundliche Stadt” schaffen, die Schüler somit an die Wirtschaft heranführen und außerdem bei den Kleinkindern schon mit einer Sprachförderung ansetzen. Seine Mitarbeiter will er leistungsbezogen beurteilen und beurteilen lassen und somit die Motivation steigern. Dafür gibt es bereits entwickelte Softwareinstrumente, die er in Süßen bereits “erfolgreich” verwendet. Zudem möchte er 2011 ein zentrales Beschwerdemanagement einrichten. In Sachen Kultur erwähnte er, dass er eine überregional groß beachtete Kunstausstellung nach Böblingen holen wolle. Die Kontakte und Wege dafür seien schon vorbereitet. 2018 soll Böblingen dann “eine Stadt zum Wohlfühlen sein”. In Süßen hat‘s bereits geklappt, verwies Lützner immer wieder auf seine Arbeit am Hohenstaufen.

Dr. Andreas Paust bgann mit den Schlagwörtern “Glücklich in Böblingen”. Er erzählte, dass er toll aufgenommen wurde und er und seine Frau hier glücklich seien. Auch Dr. Paust lobte den Status Quo Böblingens, aber er bezog Böblingens Ausgangsposition explizit auf den Vergleich mit vielen anderen vergleichbaren Städten in Deutschland, aber auch im Vergleich zu Sindelfingen. Herr Dr. Paust hat die Vision von einer Bürgerstadt, in der die Bürger extrem einbezogen werden in wichtige Entscheidungen. Lützner betonte hierbei, dass das für ihn selbstverständlich sei und er dies nicht zu einem gesonderten Wahlkampfthema mache. Da müsste man dann als Bürger doch die Details kennen. Aber hierfür reicht der plakative Wahlkampf und auch solch eine Veranstaltung wie gestern Abend nicht aus.
Die Kultur sei hier bunt und vielfältig, lobte Paust Böblingen. Das kann man nun so oder so sehen, aus dem Publikum erntete er auf jeden Fall Applaus. Zum äußeren Erscheinungsbild Böblingens äußerte sich Paust erstaunlich ehrlich und nannte es enttäuschend. “Und bisher habe ich auch noch niemanden getroffen, der das verneint.” Kritisch äußerte er sich auch zum Zustand am “toten” Marktplatz. Wenn ich es richtig gesehen habe, rang diese Aussage Herrn Vogelgsang ein müdes Lächeln ab. “Der Marktplatz muss dringend belebt werden” sagte Paust und er lasse sich hier auch keine Denkverbote erteilen, obwohl schon andere daran gescheitert sind. Insgesamt erschien mir der Auftritt auch sehr souverän.

Mahmoud Schlather, der 44-jährige in Ägypten geborene Wirt vom Böblinger Wirtshaus Wasen war definitiv der Farbtupfer in der Runde. Wie in seinem Wahlprogramm beantwortete der Underdog in diesem Wahlkampf auch gestern Abend die Fragen kurz und bündig, manchmal nicht ganz zum Thema und ohne Details, aber immer mit Herz und südländischem Temperament. Für eine reele Chance wird es wohl nicht reichen, aber man hatte das Gefühl, er hat nichts zu verlieren - im Gegensatz zu Lützner und Paust - und dementsprechend ging er sehr locker an die Sache ran. Inhaltlich und auch sprachlich sicher nicht zu vergleichen mit den anderen Kandidaten, hatte Schlather einige Male aber die Lacher auf seiner Seite und erntete auch Applaus. Er betonte, den Menschen und dem Standort dienen zu wollen und dass er einer von ihnen sei. Am Ende verneigte und bedankte sich höflichst.

Johannes Söhner begann so: “Viele von euch werden sich die Frage gestellt haben, warum ich in Böblingen als OB kandidiere.” Seine Antwort: es gebe zwei Johannes Söhner. Einerseits den Diakon, den seit vielen Jahren sozial engagierten Jugendarbeiter und Koordinator, andererseits den Unternehmer Söhner, der das wirtschaftliches Handeln und die wirtschaftlichen Gesetze versteht und dessen Reisebetrieb letztes Jahr einen Umsatz von über zwei Millionen Euro gemacht hat. Diese beiden Komponenten würden den Bewerber Johannes Söhner für den Posten des OB in Böblingen ausmachen. Söhner betonte, dass die Mittel knapp sein werden, aber er es schaffen will diese optimal einzusetzen. Das habe er schon immer so machen müssen. Söhner stellte außerdem fest, dass Förderungen durch EU-Gelder viel zu wenig in Betracht gezogen würden. Zum Thema Innenstadt will er eine multifunktionale Markthalle positionieren und eventuell aus sanierten Gebäuden errichten. Allgemein soll die Innenstadt stark belebt werden und Events gefördert werden, da mehr Veranstaltungen auch mehr Einnahmen und mehr Flair für Böblingen. “Die Innenstadt muss attraktiv sein um dort zu verweilen.” In Sachen Jugendkultur sei viel kaputt gemacht worden in der Vergangenheit und es fehle eine Basis für die Entwicklung einer Musikszene. Weitere alternative Ideen, wie Söhner meinte, könnten in möglichen Projekten wie Car-Sharing oder Leihfahrrädern münden. Beim Thema Verkehr habe es zwar in der Vergangenheit viele Gutachten gegeben, aber keine große Umsetzung. Insgesamt bewege sich Böblingen weit unter seinen Möglichkeiten. Der Lokalmatador Johannes Söhner wirkte ebenfalls ziemlich souverän und machte eine überraschend gute Figur.

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Oettinger aka Mr. Burns liest auf Englisch

Dank eines Kommentars meines Homie Alex zu einem Link, habe ich auf Facebook die neuste Folge der Oettinger-Reality-Soap entdeckt. Er ist halt auch nur ein Mensch, der Günther. Und er kann halt kein so gutes Englisch. Also lasst uns einfach lachen und ihn in Ruhe weiter den Englisch-Stützkurs bei der EU besuchen.

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OB-Wahlkampf: Wolfgang Lützner stellt sich kritischen Kommentaren

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Es gab vor einigen Wochen hier einen Post - siehe Link “OB-Wahlkampf: Zu Besuch bei Wolfgang Lützner“. Dieser wurde in den Kommentaren, teilweise stark angegriffen. Zum Beispiel wegen seinem angemieteten Büro seinem “dicken Auto” etc. Ich will hier den Kommentar des OB-Kandidaten selbst (von heute) posten und nochmals zur Diskussion stellen. Hier sein Kommentar:

“Auch im Wahlkampf sollte, bei allem Werben für den Kandidaten der eigenen Wahl, noch ein Minimum an Fairness gewahrt bleiben.

Die Summer-Rock-Festivals in Süßen (mit mittlerweile 4-6 Bands) gibt es seit Beginn meiner Amstzeit. Nicht immer jedes Jahr - denn dies hängt davon ab, ob die Jugendlichen, die alles selbst planen und durchführen, dies auch leisten können. Auch in diesem Jahr wird es wieder eines geben.

Ist ein Mercedes der B-Klasse ein dickes Auto? Ein Golf aber dann auch!? Ich fahre bewußt ein Fahrzeug von einem Hersteller der Region. Dies sind unsere Arbeitsplätze. Was fahren die anderen Bewerber?

Besonnener Bürgermeister: Jeder kann nachprüfen, wie sich Süßen seit meiner Wahl dort entwickelt hat. Kein Geld wurde verschleudert - die Finanzen saniert und die Jugendarbeit qualitativ erheblich verbessert (=mehr Geld ausgegeben). Was ist falsch an meinem Verhalten? Wollen Sie wirklich aus dem Büro - das ich nur so anmieten konnte wie es da steht - Rückschlüsse auf meine Arbeit ziehen? Warum nicht den, dass ich vor Ort präsent bin, bei den Bürgern, in einem gläsernen Büro? Anders gefragt: haben Sie schon Ihre Meinung oder wollen Sie sich objektiv informieren?

“Und wen es wirklich interssiert: einfach mal zB bei den Verantwortlichen zB bei der Bruderhaus-Diakonie fragen, die für den Landkreis GP zuständig sind und in Süßen viele Mitarbeiter haben. Die kennen sich aus! Was tat und was tut Lützner für Kinder und Jugend? Nimmt er sie ernst?

Es ist Wahlkampf - jeder Kandidat kämpft für sich weil er gewinnen will. Das ist vor der Wahl so. Man kann sich aber auch die Mühe machen und die Fakten der Vergangenheit recherchieren. Ich freue mich über jeden, der dies ernsthaft tut.”

In diesem Sinne darf ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass sich am Dienstag um 19 Uhr in der Kongresshalle alle Kandidaten vorstellen und über ihr Programm, ihre Vorhaben und Einstellungen zu verschiedenen Dingen reden dürfen. Dort kann sich jeder Bürger ein Bild über die Jungs machen, die BB führen wollen. Seid da und schaut sie euch an und hört zu!

Sänk ju Mr. Burns!

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Abgesehen davon, dass ich, jedes mal, wenn ich den Herrn Oettinger sehe, an Mr. Burns von den Simpsons denken muss,  frage ich mich wirklich, ob man da nicht doch einem Dolmetscher ‘n paar Euro bezahlt und Herrn Oettingers Prestige schont.

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