Tag: WM

#11 WM-Talk: On the Road

deutschland_fahrbahnmarkierung

Heute Morgen haben meine Homies Marlon “Brando” und Jan “Mc Gyver” den deutschen Mannschaftsbus auf der A81 gesehen. Sehr gut getarnt waren sie unterwegs zum Stuttgarter Flughafen. Undergroundinformationen zu folge sollen die Jungs in Stuttgart kurz eine Sondereinsatzkommandotrainigseinheit durchgeführt haben und sich anschließend mit MV ein Trollinger zum Aufwärmen genehmigt haben. Das Ganze hatte wohl sowas wie eine Erdungsfunktion, um die Jungs back to the roots zu führen. Ob‘s wirklich wirkt, werden wir später sehen. Heute Abend um 19.20 Uhr landen die Jungs in Südafrika und um 20.30 Uhr kann‘s dann pünktlich losgehen. Jogi selbst hat sich vorgenommen, während des Spiels wieder tief in sich zu gehen, um die Konzentration hochzuhalten und die Spanier wegzubügeln.

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#10 WM-Talk: Von Tänzern und Schachspielern

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Zunächst möchte ich hier meine Diebeshände in Schutz nehmen, weil sie wie ferngesteuert dieses Foto geklaut haben. Für mich ein Killer-Bild (von unserem Ex-Prakti Marc, der gerade regelmäßig aus Argentinien die “Weit weg”-Serie hier in unserem Blog schreibt). Deshalb hoffe ich auch, dass der Kerle mir diesen Griff verzeiht.

Tja, was soll ich euch noch erzählen, über das Spiel von Samstag, über das wohl schon von jedem, alles über jeden erzählt, analysiert und hochgejubelt wurde. Ich will trotzdem noch einen drauf packen mit einer kurzen persönlichen scherzfreien Analyse.

Das war wirklich Fußballgeschichte, was die Jungs da geschrieben haben am Samstag. Seit ich WMs und EMs schaue (1980) habe ich solch eine Demonstration einer deutschen Mannschaft noch nicht gesehen. Gegen einen WM-Favoriten im Viertelfinale. Der absolute Wahnsinn, der fast nicht zu toppen ist. Das ist nicht mehr das Deutschland, das man bisher gekannt hat, das ist nicht mehr Brechstange oder Brechstangenreste, das ist “höggschste” Qualität in allen Bereichen. Da gibt es keine Schwarzenbecks, Briegels oder Reuters mehr. Die Leichtathleten sind raus. Stattdessen gibt es Tänzer und Schachspieler, die sich gut ergänzen. Und draußen sitzt ein Jogi Löw über dessen Vornamen sich vielleicht manche lustig machen (gell Marlon?), aber er hat genau das durchgezogen, was einzig und allein Sinn gemacht hat. Nämlich, diese junge, erfolgreiche neue Generation, die es nicht alle Jahre wieder schön eingepackt zu Weihnachten gibt und diese neue anti-deutsche Art Fußball zu spielen. Nun, man darf gespannt sein, wie der deutsche Kindergarten sich gegen Spanien schlägt, deren Spielstil der letzten Jahre sicher als Anschaungsunterricht gedient hat. Meinen größten Respekt jedenfalls an diese deutsche Multi-Kulti-Truppe, die hoffentlich als Gegenbeispiel zu den Franzosen, der jungen deutschen Generation in jeglicher Hinsicht als Vorbild dient.

Und Diego, was soll ich sagen, er hat halt Veron draußen gelassen, hat Milito nicht gebracht und dann ging‘s ruck zuck und es war plötzlich zu spät. Aber ganz ehrlich, ich glaube, er hätte an diesem Tag schon zwei Maradonas in Höchstform einwechseln müssen, um das Spiel noch zu drehen. Schade, ich hätte mir ein Finale gegen Diego gewünscht. Wer weiß, ob er nochmal bei einer WM dabei sein wird, denn nach solchen Enttäuschungen ist die Rückfallquote ins Millieu ziemlich hoch. Keep your head up, Diego, wenn unser Prakti, dir mit dem Bild auch noch eine reingedrückt hat!

P.S. Ach so, fast vergessen. Mein persönlicher Freund Heinze, hat es am Ende mit seinem Fast-Ellbogencheck um ein Haar noch geschafft, wieder eine “Schlägerei” anzuzetteln und den kompletten Ruf Argentiniens zu zerstören.

#16 Weit weg: Was soll ich euch noch erzähl’n?

platzandersonne

…außer eine kleine Episode um was klar zu stellen.“ So singen EinsZwo. Ich kann nicht all zu viel erzählen im Moment. Meine „Gut gelaunt“-Tour 2010 läuft wunderbar. Langsam läuft die heiße Phase an und mir läuft die Zeit davon. Ich gehe meinen Weg. Läuft. Aber eben momentan relativ unspektakulär, es passiert einfach nichts spannendes. Córdoba ist abgenutzt. Ich war auf der größten kleinen Party überhaupt, habe miterlebt wie schnell argentinische Zweitligafans ein Stadion zum beinahe-Einsturz bringen können, habe Stunden auf einem Polizeirevier verbracht, bin durch Mittelerde spaziert und durch den Himmel gedüst, habe mit mit revolutionären Bakterien und trockenem Reis einen bitteren Fight geliefert und und und. Ich lebe noch, mehr ist nicht zu sagen. Ich bin noch genau drei Tage hier in der Stadt und wenn ich, nach einem möglichen deutschen Sieg, am Samstag nicht auf offener Straße abgestochen und anschließend gegrillt werde (das ist gar nicht soweit hergeholt. Einen Kumpel hätten sie hier am Sonntag fast zerlegt, wie wir die Engländer) dann fahre ich abends nach Buenos Aires, um da noch ein bisschen auf den Putz zu hauen.
Was ich denn im Moment hier überhaupt so treibe? Ja gut, sagen wir so: Ich lebe! Und ich genieße es! Und es ist geil. Ich stehe morgens auf um Fußball zu schauen. Wenn kein Fußball kommt oder sich Fußballgötter wie Slowakei (obwohl, die haben Italien rausgehauen hihi) und Neuseeland die Ehre geben, stehe ich auch nicht auf. So einfach ist das. Ansonsten wird ordentlich gespeist (habe nach der Reis-Folter ja einiges nachzuholen), ordentlich gefeiert und am Wochenende viel zu wenig geschlafen. Und bei Gelegenheit den Argentiniern noch ein paar deutsche Sprüche beibringen, ist auch immer drin. Ein Spaß, sag ich euch. Die sind nämlich gar nicht mal unbegabt. Nur zu toppen von einem Brasilianer, den wir hier kennengelernt haben und der mit perfekt bayrischem Akzent „Himmelarschkruzifixsackzementnochamoal“ fluchen kann. Zum Kaputtlachen.
Ja ja, so sieht’s aus. Alles wunderbar, meine Laune ist kaum zu steigern. Und so gut es mir hier auch gefällt und so lange ich auch gerne noch hier bleiben würde, so freue ich mich doch langsam wieder auf Deutschland. Unglaublich, aber wahr. Also ich vor gut drei Monaten meine sieben Sachen gepackt habe, um den Spießern und Kartoffeln den Rücken zu kehren, hinaus in die freie Welt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich das alles mal vermissen könnte. Ok, die Spießer vermisse ich auch nicht, aber wenn man mal eine Weile hier wohnt, wo nur mit viel Glück Wasser aus der Dusche kommt, Telefone grundsätzlich nicht so oft funktionieren und wo man denkt isolierte Fenster oder Wände seien völlig überschätzt, dann freut man sich doch irgendwie wieder auf die Heimat, wo man telefonieren kann wann man will. Und duschen. Und vor allem im Warmen schlafen. Das hat aber nichts mit spießig zu tun, sondern wahrscheinlich einfach nur mit Gewohnheit. Vielmehr als diese Kleinigkeiten, sind es aber eigentlich ganz andere Dinge, die einem, in diesem Fall mir, das schöne Gefühl geben, dass man sich auf zuhause freuen kann. Die Familie, die Freunde, Maultaschen und Kartoffelsalat, Stuttgarter Hofbräu und natürlich mein geliebtes Stuttgart. Stuggi City, 0711-Town, der Kessel. Wie auch immer, ich freu mich drauf.
Bevor ich mich jetzt in Erinnerungen verliere, erstmal eins nach dem anderen. Am Samstag wird vermutlich erstmal Diego nach Hause geschickt, so leid es mir für ihn tut. Dann werde ich mich so unauffällig wie möglich zum Busterminal schleichen und den Trip nach Buenos Aires antreten.
Was ich in Buenos Aires vorhabe? Lecker essen, ordentlich feiern, was erleben. Leben! Viel Spaß. Danke.

Bei guter Laune darf natürlich eins nicht fehlen, mein ständiger Begleiter hier in Argentinien:

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#9 WM-Talk: Lichtgeschwindigkeit 35 WM-Kirche

Netzer, Kahn, Scholl, Klinsmann der wie sie alle heißen, Fußball-Experten unserer Nation und alle anderen weltweit. Ein neuer Experten-Stern leuchtet am Himmel. Schaut ihn euch an, und er wird schon bald niederfahren direkt ins RTL-Studio und dann werden alle Fernsehapparate explodieren, die RTL einschalten. Seht ihn Euch an. Vor all denen, die es schaffen, das Video zu Ende zu schauen, habe ich größten Respekt. Word!

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#8 WM-Talk: Von Gewinnern und Verlierern

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Der Funky Professor hat am Mittwoch ja bereits ausgesprochen (und in einer eindrucksvollen Arte-Doku gezeigt), was viele denken, bereits vermuten oder wissen. Die FIFA ist halt auch nur ein kleiner Haufen geldgieriger, korrupter Sesselfurzer. Und irgendwie macht es mir auch langsam kein Spaß mehr, jeden Tag aufs neue mit anzuschauen, wie (mit wenigen Ausnahmen) ein Spiel nach dem anderen verpfiffen wird. Mal verteilen Schiedsrichter „mehr Karten als das Politbüro der DDR Essensmarken“ (Zitat 11Freunde), mal werden Mordversuch-ähnliche Fouls nicht einmal mit einem Freistoß gewürdigt. Irgendwas stimmt doch da nicht. Dazu kommen nach Lust und Laune aberkannte Tore (USA-Slowenien), grundlos verteilte Gelbe Karten (Schweiz-Chile) und natürlich War-es-Hand-oder-nicht-ach-ist-ja-auch-egal-Diskussionen wie im Spiel der brasilianischen Seleçao gegen die Elfenbeinküste. Luis Fabiano schießt, auf den ersten Blick, das bisher schönste Tor der WM. Schöne Kombi, cooooole Ballannahme, ein paar Lupfer über die Gegner und geil abgeschlossen, 2:0 Brasilien. Göttlich. Auf den zweiten Blick doch auch nur menschlich, moralisch verwerflich und irgendwie betrügerisch. Was so cooool aussah, waren in Wirklichkeit zwei Handspiele in einem Spielzug. Rekordverdächtig. Gut, hat halt keiner gesehen, so soll es sein. Von wegen. Direkt im Anschluss an die gefühlten dreiundzwanzig Zeitlupen des Tores muss man eingeblendet sehen, wie der Schiedsrichter Stéphane Lannoy (vom Kicker mit einer glatten sechs bewertet) zu Señor Fabiano hindackelt, ihn irgendwas fragt, der Gestik nach etwas in der Art, „Das war doch Hand oder?“ und dieser ganz frech und grinsend den Kopf schüttelnd. Eiskalt. Monsieur Lannoy grinst verschmitzt und geht seinen Weg. So läuft das halt. Traurig. Ich habe keine Ahnung was sich all diese Pseudo-unparteiischen Schiedsrichter dabei denken, wenn sie das, für viele und vor allem für den afrikanischen Kontinent, größte Ereignis des Jahres verhunzen. Ich weiß auch nicht, wie viel sie dafür kassieren oder ob sie einfach nur unfähig sind. Ich will es irgendwie auch nicht wissen. Ich weiß nur, dass es langsam, aber sicher an eine Willkürherrschaft der Schiedsrichter grenzt, was dort unten abläuft. Willkommen im Mittelalter. Die Gewinner dieser Schlacht stehen bereits fest. Herzlich Glückwunsch liebe FIFA. Die Millionen werden eingestrichen und mit viel Glück stellt keiner dumme Fragen. Doch wie immer, wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. In diesem Fall steht auch der ganz große Verlierer dieses dreckigen Kampfes bereits fest: der Fußball. Mein Beileid.

7# WM-Talk: Die nette FIFA von nebenan

Kurz vor dem Deutschland-Spiel heute Abend noch eine kleine Backgroundsache. Vorhin saß ich im Wartezimmer meines netten Zahnarzts und las dabei in der GQ einen netten Artikel über die nette FIFA von nebenan. Is’ ja grade WM, nicht wahr. Und dass die FIFA, allen voran Sepp Blatter, ein korrupter Verein sein soll, wusste ich schon vorher. Aber ich musste wirklich bei jedem zweiten Satz den Kopf schütteln und dieses Kopfschütteln ging dann irgendwann über in lautes Lachen. Weil es einfach unfassbar ist, was da oben gedreht, geschmiert und bestochen wird. Leider finde ich den Artikel im Netz nicht - heißt “Der Untergang” und ist in der GQ Juni - habe aber eine Doku, die mal auf ARTE kam auf You Tube gefunden (5 Teile). Fast noch besser!

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6# WM-Talk: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen

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Mein Freund Nene hat vor dem Spanien-Spiel auf seinem Facebook-Profil total keck dieses tolle Video gepostet. Wirklich schön wie sich unsere spanischen Freunde da, die deutsche Polonaise kopierend, freuen, doch leider ist das Ganze zwei Jahre her und die Schweizer Berge sind sehr hoch … und der WM-Gipfel liegt noch etwas höher. Aber 93% Ballbesitz sind auch ein Trost.

Nun denn. De facto haben die Schweizer gerade eben den Spaniern die Eier etwas eingequetscht, wenn ich das so sexistisch formulieren darf und ein erstes Kapitel dieser WM ist zu Ende. Der 1. Spieltag, wenn man das so nennen will, dieser WM geht zumindest nach einer Punktwertung und auch nach Toren und Sympathien, in Sachen Tempo, Kreativität, Spielintelligenz und natürlich in auch der Disziplin Disziplin an Deutschland. Strike. Das mag meinem Kollegen und Freund Dr. L. Eder nicht unbedingt passen, aber das ist im Prinzip auch ziemlich schischke. Bisher hat die WM bis auf den Vuvuzela-Aufreger nicht viel zu bieten. Das WM-Thermometer weigert sich nicht nur beim Funky Professor einen Schub zu tun. Irgendwie rockt das Ganze nicht so richtig. Kaum Tore, langweilige Spiele, Taktik statt Tempo und dannsetzen die Brasilianer dem Ganzen gesztern noch die Krone auf. Ein grandioses 2:1 gegen den Angstgegner aus Nordkorea. Atommacht hin oder her, die Selecao hat gespielt wie eine zweitklassige Drittligamannschaft aus Finnland.

Ich muss sagen die Afrikaner tun mir fast etwas leid. Mann kann nur hoffen, dass der ganze Krempel, den die Teams bisher abgeliefert haben, ab heute Abend Geschichte ist und das Taktieren und der Angsthasenfußball aufhört. Ansonsten boykottiere ich den Rest der WM einfach. Ich besuche Museen, gehe mit meiner Frau neuseeländisch essen oder schau mir alte Tierdokus auf 3sat an. Wo simmer denn? Des kanns ja wohl net sein, oda? Jetzt kommen bestimmt so ‘n paar Experten und verweisen auf die Eingewöhnungsphase, den neuen Ball, die Akklimatisierung und die Angst vor dem Schwarzen Mann. Is klaaaaaaar! Hoffentlich fliegen die Franzosen, Italiener, Engländer und Spanier alle in der ersten Runde raus. Bamm, ab nach Hause, Fresse halten, runterschalten. Also, wir werden sehen, Spaß beiseite, das Spiel dauert bis zu 95 Minuten, der Ball ist viel runder als sonst und der Bessere gewinnt eben doch immer. In diesem Sinne, Freunde des etwas anderen Fussballjournals, Nene “Alonso” und Konsorten, bis denne, ich freu mich auf den zweiten Spieltag!

Martin Wolf Wagner in den Tagesthemen


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Heute Abend wird es einen Beitrag über den Grafenauer Fotografen Martin Wolf Wagner in den Tagesthemen (ab 22.15 Uhr) geben. Natürlich ist das Thema WM und Fußball. Martin Wolf Wagner, den wir bereits 2006 im PIG-Interview hatten, beschäftigt sich in seinen Fotoserien unter anderem auch mit dem Thema Fußball (immer ohne Menschen, nur die Plätze im Fokus). Interessante Bilder, netter Typ, heuet in den Tagesthemen.

P.S. Eine Auswahl an Fotoarbeiten aus der FOOTBALL Serie werden zur Fußball WM übrigens auch in den Showrooms des Kunsthaus Schill in Stuttgart, Eberhardstrasse 1, sowie beim Fotofachlabor Prolab in Stuttgart, Rotebühlplatz 37, präsentiert.

5# WM-Talk: Eine kurze Start-Analyse

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Ja, der Funky hat sich rar gemacht die letzte Woche und ist jetzt zurück aus dem wolverdienten Jahresurlaub im deutschen Allgäu. Genauer gesagt spielte sich dieser im beschaulichen Apfeltrang auf einem wunderschönen Bauernhof ab: dem Kimpelehof. Urlaubsfotos und Details gehören dann zwar nicht hierher, deshalb will ich gleich zum eigentlichen Thema kommen. Die WM, bisher übrigens ziemlich schwaches Niveau, wie ich finde. Bis auf die Gauchos und gestern die deutsche aufgemotzte U21 war fast nur Gähnen angesagt. Eine Kurzzusammenfassung (zum Bild oben, unten mehr):

Südafrika: Khune hat gerockt, weil ein gewisser Rainer Dinkelacker aus BB Town ihm das 1×1 der deutschen Torwarttugenden beigebracht hat.

Mexiko: Blanco hat jetzt vier Wochen Muskelkater. Und seit wann haben die eigentlich Ronaldhino in ihren Reihen aka Giovani dos Santos. Schöne Anlagen der Junge, wird , glaube ich, zu einem der interessantesten Spieler der WM. Nee, ich bin mir sicher.

Uruguay: Forlan rockt.

Frankreich: Die Grande Nation saugt übel und wird nach der Vorrunde am Kap ‘ne Runde untertauchen.

Südkorea: Gewinnt zu zweit gegen die Griechen. Park und Lee reichen.

Griechenland: Muss man nach der Leistung auf jeden Fall zum erweiterten Favoritenkreis zählen - bei der nächsten Frauenkugelstoß-WM.

Argentinien: Ein deutscher rettet die Gauchos, ansonsten erwartetes Niveau. Messi sauber, Tevez tierisch und Higuain maßlos überschätzt.

Nigeria: Wer ist dieser Torwart?

England: Gegen Algerien steht David Beckham im Tor, ansonsten ist England weiterhin wie seit 60 Jahren einer der Geheimfavoriten.

USA: Ein Taliban hält die Abwehr zusammen, einer von den Verteidigern sieht zumindest so aus.

Algerien: Ein Zidane auf der Tribüne reicht halt nicht.

Slovenien: Nicht mal gegen eine 2. Liga-Mannschaft aus Slovenien.

Serbien: Oh man, die serbischen Balkan-Boys sind echt ‘ne unglaublich sympathische Truppe. Ich kann‘s nicht anders sagen. Ne Riesen-Fresse, und nichts dahinter. Falls dem nicht so ist entschuldige ich mich persönlich hier nach dem Deutschland-Spiel am Freitag.

Ghana: Ein Kevin ist also doch dabei und irgendwie erinnert sein Spielstil etwas an Ballack, schaut mal genau hin.

Australien: Joaaaaaaaa ….

Deutschland: Ich hätte fast geheult als mein Spezi Cacau eingelocht hat. Ansonsten ganz ordentlicher Start, fast so gut wie die Serben. Die Kollegen Ballack und Westermann habe ich übrigens im Urlaub im Allgäu getroffen (siehe Bild oben), TRäsch hat gerade den Hühnerstall unsicher gemacht.

4# WM-Talk: Am Kap der guten Torhüter

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Die WM in Südafrika hat begonnen und für einen alten Böblinger Torwartrecken erfüllt sich ein Traum. Seit Jahren lebt Rainer Dinkelacker in Südafrika und trainiert die Torhüter der Kaizer Chiefs aus Johannesburg. Sein Schützling Itumeleng Khune steht bei der Bafana Bafana als Nummer eins auch im WM-Tor und im Eröffnungsspiel hat er ganz stark gehalten. Nach der dritten Parade hat der Reporter beim Eröffnungsspiel dann endlich erwähnt, dass der Deutsche Rainer Dinkelacker den jungen Khune trainiert. Der 61-jährige Böblinger bestätigt also in Südafrika seit Jahren den guten Ruf der deutschen Torhütertradition und fühlt sich in seinem zweiten Zuhause pudelwohl. Das PIG hat kurz vor der WM bei einem kurzen Heimaturlaub mit ihm geplaudert.

Rainer, die Fußball-Weltmeisterschaft naht unaufhaltsam, die Vorfreude steigt auch bei uns in der fußballverrückten PIG-Redaktion – wie ist die Lage so kurz vor dem Start im Land des WM-Gastgebers? Viele Autos mit Südafrika-Flaggen, an jeder zweiten Straßenecke Verkäufer. Der neueste Schrei: Überzieher in Landesfarbe für die Rückspiegel. Jeden Freitag ist der Bafana Soccer Friday, will heißen, daß alle im Bafana-Trikot etc. rumlaufen sollen. Das wird auch immer mehr eingehalten.

Viele Fans, vor allem in Europa, bezweifeln immer noch, dass Südafrika der Ausrichtung des Turniers gewachsen sein wird. Was sagst Du dazu? Das sind Leute, die sich teilweise von der Negativpresse beeinflussen lassen. In Südafrika hat ja bereits eine Rugby-WM statt gefunden. Es wird doch wohl keiner glauben, dass die Fifa nicht alles zum Gelingen tun wird. Es gibt im Übrigen genügend internationale Hilfen. Wer neulich im deutschen TV den Bericht über den neuen Flughafen in Durban und auch die WM-Vorbereitung gesehen hat, bekam einen Eindruck vom Stand der Dinge. Zum Beispiel  hieß es, die werden nie mit den Stadien fertig und jetzt steht alles und ist o.k. Solange natürlich Personen wie Uli Hoeneß in Pessimismus machen, obwohl sie noch nie im Lande waren, ist es schwierig.

Wie ist es um die Sicherheit in Südafrika bestellt? Auf was sollten WM-Touristen ganz besonders achten? Das ist auch so eine Sache. Neulich fragte mich jemand: „Kann ich denn abends zum Essen fahren?“ Sorry, aber ich musste laut lachen. Wenn man sich in den üblichen Wohngegenden aufhält, ist es fast wie zu Hause in Deutschland. Man kann in den großen Einkaufzentren problemlos bummeln. Abends sollte man aber nicht unbedingt in die Townships gehen, wobei tagsüber auch das kein Problem ist.

Du bist seit rund elf Jahren Torwarttrainer bei den Kaizer Chiefs Johannesburg. Nächstes Jahr läuft Dein Vertrag aus. Wie geht es dann weiter für Dich? Ich bin gerade im Gespräch mit dem Club, vermutlich werde ich noch ein bis zwei Jahre anhängen, wenn alles stimmt.

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Es gab Stimmen, die dich als Torwarttrainer der südafrikanischen Nationalmannschaft sehen wollten. Wieso hat das nicht geklappt? Ja, das ist richtig. Aber momentan gibt es ein brasilianisches Trainerteam, das die gleiche Sprache spricht, da ist das kein Thema. Viel wichtiger ist aber, dass zwei  meiner Torhüter (ein aktueller und ein ehemaliger) bei der WM dabei sind.

Steht eine Rückkehr nach Böblingen im Raum, oder wirst du deinen Lebensabend in Südafrika verbringen? Man sollte nie vergessen wo man herkommt, allerdings auch niemals nie sagen. Stand heute könnte ich mir vorstellen in Deutschland zu wohnen und ab und zu nach Südafrika zu gehen. Urlaub machen und Sonne tanken.

Vier deiner Schützlinge hast Du über die Jahre zu Nationaltorhütern gemacht. Welcher Schlussmann wird im WM-Eröffnungsspiel gegen Mexiko das Tor der Bafana Bafana hüten? Mein Traum war ja eine Torwart-Gruppe meiner Schützlinge in der Bafana Bafana mit Itu Khune, Emille Baron und Rowen Fernandez. Jetzt sieht es so aus, dass mein Jüngster, Itu Khune, die Nummer eins ist und Rowen Fernadez auch im Kader ist. Leider hat sich Emille Baron verletzt und fällt bei der WM aus.

Wird man Dich bei der Weltmeisterschaft im deutschen Fernsehen sehen, vielleicht als Experte bei den Öffentlich-Rechtlichen während der Spiele des WM-Gastgebers? Das weiß ich noch nicht genau. Aber am 6. Juni bin ich während meines Deutschland-Urlaubes bei „Sport im Dritten“ zu Besuch.

Wie viele Spiele wirst Du Dir als Zuschauer live im Stadion anschauen? Um genau zu sein, acht Spiele unterschiedlichster Art. Vom Eröffnungsspiel bis zum Viertelfinale ist alles dabei. Brasilien, Deutschland, Spanien Argentinien und natürlich die Eröffnung mit meinem jungen Torhüter Itu Khune.

Wie läuft es denn vor Ort mit dem Kartenverkauf? Die FIFA musste sich erst auf die afrikanischen Gegebenheiten umstellen. Der Internetverkauf hat nicht so hingehauen. Dann haben sie sogenannte FIFA-Offices vor Ort eröffnet, wo man bar seine Tickets kaufen konnte und innerhalb von zwei Tagen wurden 250 000 Tickets verkauft.

Dein Weltmeister-Tipp? Kann es eine afrikanische Mannschaft machen? Ganz schwierig, aber ich glaube, dass eine europäische Mannschaft den Titel holt, da das Wetter den Europäern entgegen kommt. Spanien, Deutschland aber auch Argentinien, Brasilien zählen natürlich mit zu meinen Favoriten. Aus Afrika eventuell die Elfenbeinküste. Ich drücke aber Südafrika beide Daumen und im Fußball ist ja alles möglich!

Vielen Dank für das Interview und Erfolg in Südafrika!

#3 WM-Talk: Fragezeichen & Maradona Special

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Morgen geht der Spaß los. Das große Fest, die großen Emotionen. Irgendwie freut sich jeder darauf, selbst der eigentliche Fußballnerd jubelt heimlich ein bisschen und zockt nach unendlichen WOW-Sessions jetzt zwischendurch mal FIFA2010. So ‘ne WM ist halt besonderes, die besten Mannschaften messen sich, doch am Schluss hat halt doch nur ein Team die Nase vorne. Wer? Man weiß es nicht. Man munkelt nur die Favoriten seien die Spanier, vielleicht die Holländer oder Engländer oder eben doch wie immer die Samba-Kicker aus Brasilien, die inzwischen allerdings nur noch Fußball ohne Samba spielen. Der ein oder andere schaut aber auch gespannt nach Argentinien. Und das nicht etwa weil ich dort grade das PIG-Spesenkonto maßlos überziehe, sondern weil die argentinische Selección auch einiges zu bieten hat. Klar Messi und den vielleicht stärksten Sturm dieser WM. Aber eben auch einen der besten Spieler, für viele der beste Spieler, aller Zeiten, der es sich hier auf dem Trainersessel bequem gemacht hat. Der wurde zwar von den Medien ordentlich angesägt, aber noch steht er. Und es stellt sich die Frage, was hat Maradona aus diesem Haufen Individualkünstler gebastelt? Ein Team, das fähig die restliche Welt aus dem Turnier zu stoßen? Gut möglich.
Ich habe mich für den WM-Talk ein bisschen hier unten umgehört und ein kleines Fragezeichen-Special gestartet, um mal ein Stimmungsbild einzufangen, was denn die Argentinier selber von ihrem Team um Superstar Messi halten. Und von Maradona. Spannende Antworten habe ich bekommen. Seht selbst:

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#2 WM-Talk: Igitt, die Wette gilt!

Da is’ er. Nur noch wenige Tage bis zum WM-Start und wir haben den ersten kleinen Skandal am Start. Und das PIG hat gleich einen Aufklärer vor Ort, denn dieser Vorfall, der beim Einen vielleicht für ein Schmunzeln (oder wie bei mir zu heftigem Lachen), beim Ein oder Anderen jedoch für Entrüstung sorgen wird, hat seinen Ursprung direkt vor meiner Haustür: Argentinien. Wer nun glaubt, dass es sich beim Bösewicht um Diego Maradona handele, den muss ich Enttäuschen. Don Diego hat damit nichts am Hut. Der hat zwar mit seiner Aussage, dass er im Falle des Gewinns der Weltmeisterschaft nackt durch Buenos Aires rennen werde, schon für ordentlich Furore gesorgt, aber sein Chef, Carlos Salvador Bilardo, hohes Tier bei der AFA, dem Argentinischen Fußballverband, hat nun den Vogel abgeschossen. In einem Interview gab er dem Reporter ein Versprechen, dass noch eine Schublade tiefer anzusiedeln ist, als einmal durch die Hauptstadt zu flitzen. Vor allem „tiefer“.

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Das Interview habe ich leider nur auf Spanisch gefunden. Ich habe mich mit meinem Team aus Sachverständigern, Experten und Dolmetschern zusammengesetzt und wir sind auf folgendes gestoßen (wie gut dieses Wort passt):
Der Reporter weist Bilardo darauf hin, dass Maradona versprochen hat zu flitzen und fragt ob er denn nicht auch ein Verprechen abgeben will. Bilardo überlegt, grinst und bietet letztendlich an:

„El que haga el gol en la final me haga la colita“. Wer des spanischen mächtig ist, wird schon ziemlich dumm gucken, für alle Anderen: „Wer das Tor im Finale macht, kann mich von hinten nehmen.“

Bei 0:35 gibt’s den Handschlag. Top die Wette gilt.
Zur Info (ergibt sich aus dem weiteren Gespräch): Carlos Salvador Bilardo ist 74 Jahre alt und unter anderem gelernter Gynäkologe. Er weiß also wovon er spricht, wenn er später noch sagt „Ich weiß dass das weh tun wird“ Ja er wird es wohl wissen. Ich will es nicht wissen und wenn ich Argentinier wäre, würde ich auf keinen Fall ein Tor im Finale schießen wollen. Nun also die Frage ob dieser Ans-porn der Mannschaft so gut tut oder ob dieses Versprechen einfach nur, wie die BILD-Zeitung titelt, für den Arsch ist. Denn solange Christiano Ronaldo keine argentinische Staatsbürgerschaft hat, freut sich wohl keiner über dieses Angebot.

PS: Auf die zwar amüsierte aber doch etwas geschockte Reaktion des Reporters sagt Bilardo nur „Ist doch egal. Wenn wir Weltmeister werden, ist mir alles egal“. Spätestens jetzt weiß auch der Letzte wie wichtig den Argentiniern Fußball ist.

PS 2: Ich habe mich natürlich gleich mal umgehört und ein paar Gauchos dazu befragt. Die fanden das gar nicht so lustig. Ich irgendwie schon. Verrückt, um nicht zu sagen völlig bescheuert, aber witzig.

#1 WM-Talk: Es wird langsam Zeit

Nun sei er also eröffnet, der offizielle PIG-WM-Talk mit unserem von der Stiftung Warentest ausgewiesenen PIG-Sport-Experten Dr. L. Eder, unserem Nachwuchsauslandskorrespondententalent, “Billige Putzkraft” (momentan inkognito in Argentinien bei Maradonas Großmutter als Wochenendputze am Werk) und meiner fußballerischen Wenigkeit, dem Funky Professor. Die WM und ihre Ausläufer sollen hier kommentiert und weniger analysiert werden. Was genau daraus wird, weiß man beim PIG manchmal nicht so genau. Doch wir werden gnadenlos sein, wie East Clintwood. Wir werden die Wahrheiten ans Licht bringen, wie Bugs Bunny und mit geballter Fachkompetenz und manchmal auch naiv kreierten Wortambulanzen um uns schießen: wie Disco-Günter Netzer und O.G. “Dirk Diggler” Delling. Zudem werden wir investigativ recherchieren und aufdecken, wie Inspektor Clouseau in seinen schlechtesten Zeiten. Hinter solch einer WM findet man ja immer wieder Skandale, munkelt man.

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P.S. Hab‘ mir das Spiel gestern mit ein paar Homies aus den verschiedensten Lagern angeschaut. Nebenher haben wir etwas Geburtstag gefeiert und was soll ich sagen, es war die Hölle für mich. Elf Typen, die keine Ahnung haben und ich eben. Kurz ein kleiner Einblick in die Abendsituation: Der eine (mein Spezialfreund, Sportexperte und Deutschlandhasser Dr. L. Eder) tippt ein provozierendes 0:2, meine beiden italienischen Freunde A. und M. waren mit der Analyse des grandiosen Auftritts ihrer eigenen Truppe gegen Mexiko (1:2 und 25% Ballbesitz) beschäftigt und mein kroatischer Brettsportfetischist P. hätte lieber die parallel laufende Tierdoku auf ARTE angeschaut. Der Lautstärkepegel des Gesprächs war meist auf etwa 80 Trilliarden Dezibel und dann machen diese Jugos aus Bosnien auch noch das 0:1. Und jetzt kommt nach dem ganzen Vorgeplänkel genau das, worauf es ankommt im Fußball und auch im Leben: Ahnung. Kurz vorher hatte ich nämlich als Antwort auf den 0:2 Tipp von Dr. Besserwisser ein 3:1 getippt - nach ebenso vorausgesagter 0:1 Führung der Jugos. Und nachdem unser Capitänchen “Philipe” Lahm dann egalisierte, war mir klar, wie das Spiel enden würde und dass ich nach Chosé Murinnjo der Trainerfuchs 2010 bin. Ich glaube, es wird Zeit, dass es langsam los geht.

#12 Weit weg: Gut gelaunt in Uruguay Teil II

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Ja, wo war ich stehen geblieben? Uruguay, Montevideo, wunderbar. Heute also der zweite Teil des fünftägigen Ausritts ins Land des ersten Weltmeister der Geschichte. Ich behaupte es platzt heute immer noch jeder Urugayo vor Stolz auf dieses Ereignis. Klar, das erste Turnier auszurichten und dann den Titel im eigenen Land zu holen ist schon ein einschneidendes Erlebnis. Unsere Kartoffel-Kicker haben das 2006 ja leider verpasst. Wie dem auch sei, hier also Teil zwei des Uruguay-Reports, Montag und Dienstag der vergangenen Woche. Die Innenstadt und das Fußballstadion inklusive Museum haben wir unter die Lupe genommen.

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“The Final Fax” auf Arte / Kevin Que singt

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The Final Fax ist die Verfilmung über die natürlich höchst satirisch angehauchten Bestechungsversuche von Titanic-Chefredakteuer Martin Sonneborn bei der Vergabe der Fußball-WM 2006, basierend auf einer wahren Geschichte. Heute Abend um 0.30 Uhr läuft der Film auf ARTE und der Sindelfinger Kevin Que liefert den Gesang zur Filmmusik. Was bei den Bestechungsversuchen rausgekommen lest ihr hier in einer kurzen Filmbeschreibung:

The Final Fax
(Deutschland, 2010, 20min.) SWR
Regie: Nico Raschick
Kamera: Jan Bormann
Musik: Karol Obara
Gesang: Kevin Que

Darsteller: Klaus Gehrke (Sepp Blatter), Klaus Schindler (Schäfer), Maik van Epple (Olav Westphalen), Tomas Sinclair Spencer (britischer Journalist)
Autor: Jochen Franken
Produzent: Birke Birkner

“The Final Fax” erzählt nach einer wahren Begebenheit, wie das Satiremagazin “Titanic” dank einer Kuckucksuhr und wirklich guter Würste die Fußball-WM 2006 nach Deutschland brachte.

Ganz Deutschland fiebert der Entscheidung über das Austragungsland der Fußball-WM 2006 entgegen. Der “Kaiser” Franz Beckenbauer - Lichtgestalt des deutschen Fußballs - fungiert als Botschafter seines Heimatlandes. Mit Engagement im Wert von zehn Millionen DM hatte er im Vorfeld voller Hingabe versucht, die Sympathie der FIFA-Funktionäre zu gewinnen.
Etwas billiger fällt die eigentliche Bewerbungsrede vor dem Komitee aus, bei der der “Kaiser” wenig überzeugend über die Vorzüge Deutschlands schwadroniert, während ein paar verlorene Promis im Hintergrund lächelnd Däumchen drücken. “Titanic”-Chefredakteur Martin Sonneborn verfolgt im Fernsehen die Bewerbung und ist herzlich entgeistert. Er sieht die letzte gute Hoffnung und die WM 2006 endgültig in Südafrika untergehen.
Der eingefleischte Fußballfan versucht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, das Ruder doch noch herumzureißen. Ganz nach guter alter Satiremanier schickt Sonneborn sieben ebenso schmackhafte wie freche Bestechungsfaxe an ausgewählte Entscheidungsträger. Das verlockende Angebot: ein Fresskorb, inklusive original deutscher Kuckucksuhr.

Das Bestechungsfax, das bei der Abstimmung über den Austragungsort der Fußball-WM 2006 zur Enthaltung des neuseeländischen FIFA-Vertreters Charles Dempsey führte, enthielt folgendes Bestechungsangebot: “A fine basket with specialities from the Black Forest, including some really good sausages and - hold on to your seat - a wonderful KuKuClock”.
Charles Dempsey erklärte allerdings, dass ihn weniger dieses höchst verlockende Angebot zur Enthaltung bewogen hatte, sondern dass ihm der ständige Druck von allen Seiten am Ende zu viel geworden war: “This final fax broke my neck”, kommentierte er.

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Zur Person von Martin Sonneborn noch ein kleiner Video-Eindruck. Sehr cooler Auftritt bei der NDR-Talkshow.

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#2 Weit weg: Bienvenidos a Argentina

sonnenaufgang


Gute Neuigkeiten, ich habe den Sonnenaufgang nicht verpasst. Besser konnte mein Fotograf ihn leider nicht aufnehmen, da wir auf der falschen Seite des Fliegers saßen und kurz anhalten kam auch nicht in Frage, wir waren eh schon knapp dran mit der Zeit. War trotzdem schön anzusehen. Noch gigantischer war allerdings der Sternenhimmel in der Nacht. Viel zu schön, um ihn zu fotografieren und erst recht ihn zu beschreiben, wirklich atemberubend.
Nicht so schön war der Flug an sich. Ich habe keine Sekunde geschlafen und der erste Argentinier den ich kennen lernen durfte (der Hombre saß neben mir) war die Arroganz in Person und hat in 10,5 Stunden kein einziges Wort verloren. Schade.
Endlich in Buenos Aires angekommen, hat mich ein netter Herr direkt ans Hostel gefahren, eine kleine, aber feine Absteige im schönen Viertel San Telmo. Ziemlich fertig von den Strapazen des Fluges (arroganter Argentinier, erneut miserables Essen und eine Gruppe englischer Ausstauschschüler, die den ganzen Flug über nichts besseres zu tun hatten als Englisch zu reden. British English, please - Hilfe!) habe ich mich dann auf mein Bett geschwungen. Es hat mich ausgehalten und so konnte ich nach fast 40 Stunden endlich wieder schlafen.

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Heute Morgen mache ich mich nun auf nach Córdoba. Ein Hugo Chavez-Double fährt mich zum Busbahnhof. Laut Reisebüro und Reiseführern gibt es an argentinischen Reisebussen nichts auszusetzen. Meine Befürchtung, dass es sich dabei um eine krasse Lüge handelt bestätigt sich zum Glück nicht. United Airlines könnten sich mal ein Beispiel nehmen, was Bequemlichkeit der Sitze und Beinfreiheit angeht. So überstehe ich die elf Stunden fahrt nahezu problemlos.

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Auch Dank der Tageszeitung „Clarin”, die am heutigen Samstag so dick wie ein ganzes Buch ist. Hab einige interessante Artikel gefunden. Frankfurt, zum Beispiel, hat es sogar auf die Titelseite geschafft, mit seinem „schlafenden Flughafen”. Nur mal nebenbei, ich hatte eigentlich sehr viel Glück. Nicht mal zwölf Stunden nach meinem Abflug vom Frankfurter Flughafen wird dieser komplett geschlossen, hihi. Dazu gibt es im Innenteil ganze vier Seiten zu: Thema Vulkanausbruch. Und wenn man der Grafik dort glauben schenken darf, dann hat sich diese für Flugzeuge so gefährliche, aber unsichtbare Gaswolke bereits über ganz Europa ausgebreitet. Untergangsstimmung, quasi. Da hatte ich gar nicht so unrecht mit meiner Roland Emmerich-Anspielung in meinem ersten Post.

vulkanwolke

Mein Favorit war dann aber doch ein Artikel über eine Diskussion, die derzeit in den Schulen Buenos Aires’ und dem Rest des Landes die Runde macht. Die WM. Hat nichts mit Schule zu tun, sagen viele. Einige Schuldirektoren sehen das anders. „Vom Unterricht fernbleiben ist während eines Spieles der Gauchos gestattet.” Die Weltmeisterschaft sei nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches, kulturelles und nun eben seit neuestem auch pädagogisches Event. Daher werden zum Turnierstart auch in vielen Schulen im Lande Fernsehgeräte in den Klaasenzimmer und Aulen aufgestellt. Ich find das eine super Sache.

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Und da Fußball und die Weltmeisterschaft schon so ein großes Thema sind hier, bin ich dabei mich ein bisschen umzuhören, was die Gauchos ihrer Selección so zutrauen. Kandidat Nummer Eins, Taxifahrer meint: „Jeder Einzelne könnte locker Weltmeister werden, aber zusammen wird das nichts” Na, na, was ist denn das für eine Einstellung (Oder Edip?), ich bleib auf jeden Fall dran.

Hier ein kleiner “Clarin” Live-Ticker: +++ Homosexuelle Ehen werden derzeit in Argentinien gerne mal gestattet, um sie dann kurz darauf wieder zu verbieten und aufzulösen. +++ Ein paar Straßen neben meinem Hostel wurde letzte Nacht ein Mann ausgeraubt und dann ermordet. Wohl doch nicht alles in Ordnung hier. +++ Das Wetter ist grandios, morgen bis 29 Grad (Wie sieht es in Deutschland aus?)

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PS: Buenos Aires hat mir sehr gut gefallen, gäbe schon einiges zu berichten. Verschiebe das aber auf Juli, wenn ich noch mal für eine Woche dort bin. Jetzt bin ich jedenfalls in Córdoba und bisher gefällt es mir sehr gut. Auf den letzten Kilometern hierher konnte mein Kollege mit der Kamera sogar noch einen schönen Sonnenuntergang festhalten.


Die deutsche Nationalmannschaft in Sindelfingen

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In Sindelfingen und zwar im und um den Glaspalast wird die deutsche Nationaleinheit um Feldwebel Ballack am 26. und 27. Januar einen Fittnesstest absolvieren. Ich will darauf hinweisen, dass ich das exklusiv auf der Facebook Sindelfingen-Seite gelesen haben. Dort habe ich auch gelesen, dass die spektakuläre Meldung bereits vor drei Jahren, äh Wochen in der Sindelfinger Zeitung stand. Erst mal Props raus an die unterschiedlichen Medien im Kreis, die schneller waren als PIG. Dafür haben wir aber exklusive Double-I‘s (Insider-Informationen), die ihr nur hier lesen könnt. Exklusivität und Speed sind heutzutage alles im dreckigen Medien-Sumpf der verstopften Info-Kanäle 2.0. Aber jetzt schweife ich ab. Back to the road: Der DFB macht Liegestützen in Sifi.

Zunächst mal die wichtigste Insider-Info vorne weg: Lukas Podolski wird bei dem Test nicht dabei sein, da er sich auf die Karnevalszeit vorbereiten muss und in Köln unabkömmlich ist. Mit Löw hat der junge Podolski das aber abgesprochen und sich darauf geeinigt, den Test auf der Wii zu absolvieren. “Dat reischt”, sagt Poldi.

Kollege Ballack wird auch nicht vor Ort sein, da er gerade in Vertragsverhandlungen in London steht und mit dem Ersatz-Torwart von Chelsea bei Abramovich den Garten machen muss. Löw: “Das ist mindestens gleichwertige körperliche Arbeit.”

Für die beiden Erzfeinde Podolski und Ballack werden jedoch zwei Ersatz-Leute am Start sein.

Zum einen wird Jens Lehmann in Sindelfingen auf der Bildfläche erscheinen, da er bei der WM unbedingt im Mittelfeld den Platz von Hitze haben will und mit seinen außergewöhnlich lustigen Show-Einlagen, jedes Spiel bereichern kann.

Außerdem erwarten wir in Sindelfingen Torsten Frings, der sich trotz Ausladung eingeladen fühlt und bei dem Test nochmal richtig Biss zeigen will. “Die Frauen sagen auch immer “Nein”, obwohl sie in Wirklichkeit “Ja” meinen. Ha ha ha.”

Zudem haben Jogi Löw und Hansi Hinterseer, äh, Flick eine neue Fitness- und Motivationstrainerin aus Kanada engagiert. Und obwohl man am Akzent erkennt, dass Suzzanna usbekisch-polnische Wurzeln hat, wird sie die Jungs sicher motivieren können. Im Vorfeld hat sie in usbekischen Boulevard-Blättern bereits angekündigt, die Jungs hart ranzunehmen und bei Defiziten mit dem einen, dem anderen und auch den anderen die eine oder andere Nachtschicht einzulegen. Schließlich ist der WM-Sieg im Focus. Das PIG wird mit 13 Reportern live vor Ort sein.

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Update: Die anderen YouTube-Folgen von Suzzanna lohnen sich übrigens auch. Tolle Fitness-Übungen mit empirisch belegten Testmöglichkeiten um die eigene Fitness subjektiv in einen objektiven Bettzugsrahmen zu legen.

Erinnerungen an ‘78

Das WM-Jahr hat begonnen und langsam werden wir hier auf die WM, falls sie denn stattfindet, einstimmen. Mit dieser Serie werden wir wahrscheinlich den Online-Pulitzer-Preis abräumen, miiiiiiindestens . Aber das nur am Rande. Zunächst mal blicken wir zurück auf das deutsch-österreichische Duell in Argentinien. Eine Schmach für die deutschen Kicker und unsere österreichischen Freunde zehren immer noch von dem Kranklschen Gol. Aber haben die Medien uns damals wirklich die Wahrheit verkauft. Ging es wirklich 3:2 für die Öschis aus? Oder war alles nur ein Fake?

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Die beiden Reporter heißen Stermann & Grissemann, sind zwei österreichische Satiriker und wirklich der Hammer, super witzig und tight. Gut, jetzt kommen vielleicht die politisch ultrakorrekten Zecken und erinnern an Adolf und so weiter, aber darum geht es hier nicht. Es ist Satire, O.K.?

Flüchtlingsdrama in Argentinien

Ich glaub ich trau meinen Augen nicht. Was muss ich da eben lesen? Diego Armando Maradona, die kleine große Legende Argentiniens ist heute morgen nach Bella Italia geflogen, um in einem renomierten Spa-Hotel ein paar Pfunde abzuspecken. OK, der tut was für seinen Körper und Italien ist schön. Nur hat der kleine Mann dabei wohl vergessen, dass er sich mit der Nationalmannschaft Argentiniens (er ist ja immerhin deren Trainer) mitten in der WM-Quali befindet. Nur leider läuft ebendiese Quali bisher noch nicht so rund wie Diegos Bauch. Und da dieser bei Don Diego eben Vorrang hat, müssen die Kicker halt ne Weile auf ihren Papi verzichten. Aber nur zehn bis zwölf Tage, meint zumindest der Privatarzt des Feiglings. Ah ne sorry, ein Feigling ist er ja nicht, es geht ja um seinen Körper. Lassen wir uns überraschen ob der nochmal wiederrollt…ähm wiederkommt. Wir wünschen jedenfalls einen schönen Urlaub und hoffen, dass sich der gute Diego schön erholt und wieder in Form kommt…wer weiß, vielleicht verfolgt er einen ganz genialen Plan, trainiert heimlich in Bella Italia, kommt fit wie ein Turnschuh zurück und macht dann seine Drohungen wahr und wechselt sich beim nächsten Spiel selbst ein…Dann läufts in der Quali wieder rund. Und zwar nur in der Quali.

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